unBehindert

Der Podcast, der Barrieren bricht.

#009 Barrierefrei-Reisen: Unsere Tipps für einen reibungslosen Trip!

13.03.2024 27 min

Zusammenfassung & Show Notes

Mittlerweile starten wir in unsere dritte gemeinsame Flugreise. Die Erfahrungen was Buchung und Planung angeht helfen uns mit weniger Stress und mehr Vorfreude in das Abenteuer zu starten. Profitiert auch ihr von diesen Tipps, egal ob ihr mit oder ohne Behinderung eure nächste Reise mit dem Flugzeug plant.
 
In dieser Folge vom unBehindert Podcast geht es um unsere Planung einer barrierefreien Flugreise mit dem Rollstuhl nach Spanien. Wie planen wir Flug, Unterkunft, Ausflüge, Assistenz vor Ort, Hilfsmittel und was haben wir schon alles erlebt.

Links aus der Folge zum barrierefreien Reisen / Fliegen.
🔗 Folge #002 Das erste Mal mit der Deutschen Bahn: https://unbehindert-podcast.de/episode/002-das-erste-mal-mit-der-deutschen-bahn
🔗 Folge #005 Improvisation ist alles - Starlight Express in Bochum: https://unbehindert-podcast.de/episode/005-improvisation-ist-alles-starlight-express-in-bochum
🔗 Folge #003 In 1 Sekunde vom Waschbrett zum Waschbär: https://unbehindert-podcast.de/episode/003-in-1-sekunde-vom-waschbrett-zum-waschbaer
 
Viel Spaß beim Zuhören

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Bis zum nächsten Mal! 
Vanessa Köllner und Arne Schöning

Transkript

Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen. Na, das ist doch ein guter Einstieg. Spanien mit dem Auto oder Trampen wäre mir zu anstrengend. Da bräuchte man mehr Urlaub. Bei uns geht es heute explizit um Flugreisen. Ja, und da eine gute Nachricht. Wir haben mittlerweile eine Salatschüssel. Die nehmen wir diesmal auch mit. Hundefänger. Ich sage das immer so ungern, wenn es in Bezug auf dich oder auf dem Rollstuhl ist. Die Augen von ihnen wurden immer größer und panischer. Und irgendwann sagte einer von denen, Moment mal, ich verliere gerade meinen Halt. Nein, mein Bärschen. Ich wollte mich jetzt eigentlich nicht irgendwie auf der Gartenliege mit dem Wasserstrauch abspritzen lassen. Willkommen bei Unbehindert, dem Podcast, der Barrieren bricht. Hier sprechen wir über das Leben mit und ohne Behinderung, teilen inspirierende Geschichten und beleuchten Barrieren, ohne die unser aller Leben leichter wäre. Genießt die nächsten Minuten mit Vanessa und Arne. So Arne, keine 24 Stunden mehr, dann geht's los. Juhu! Andalusien, wir kommen! Wir kommen! Viva España! Ja, also wenn diese Folge erscheint, also wenn ihr sie auf die Ohren bekommt, Dann sind wir bei hoffentlich mindestens 20 Grad und Sonne in Südspanien und daran wollen wir euch ja ein wenig teilhaben lassen. Vorher gibt es ja immer einiges zu planen und zu beachten, wenn man so stressfrei, erholsam und barrierefrei reisen möchte. Genau und darum soll es heute auch gehen. Wir planen Flug, Apartment, Ausflüge, die Assistenz vor Ort, was passiert mit den Hilfsmitteln, die wir sonst zu Hause haben. Und was haben wir auch schon alles so erlebt, was das angeht. Heute geht es um unsere Erfahrung und so wie wir es machen. Jeder Mensch, der irgendwie besondere Bedürfnisse hat, ist für sich selbst natürlich der beste Experte oder die beste Expertin. Aber wir hoffen schon, dass für den einen oder anderen heute entweder ein interessanter Tipp dabei ist oder einfach nur mal wieder eine spannende Geschichte, was wir so erlebt haben. Ja, das was wir erleben, also unsere ganzen Abenteuer könnt ihr auch live verfolgen dieses Mal über unsere Social Media Kanäle, also Facebook, Instagram, TikTok und YouTube. Da könnt ihr direkt dabei sein und wer nicht auf die nächste Folge warten will, wo es dann natürlich auch um unsere Erlebnisse in Spanien geht, der kann das Ganze schon auf den eben erwähnten Kanälen tun. Und damit herzlich willkommen zu Folge 9 von unserem Podcast Unbehindert. Etwas außerhalb der Reihe, heute mal eine Woche früher als geplant, weil wir wie gesagt in den Urlaub fahren und euch da halt einfach mitnehmen wollen. Ja, wir machen alles selbst. Warum, weiß ich gar nicht, ehrlich gesagt. Wahrscheinlich ist so eine Frage meiner Ehre als alte Touristikerin. Naja, also hast du ja schließlich mal gelernt, kannst du dich ja also mal ein bisschen einbringen, finde ich. Irgendwie, ich finde das ja auch immer spannend, so die Planung, das macht ja auch Spaß. Also mir macht es zumindest Spaß. Das ist immer eine Herausforderung, gerade in unserer Situation. Ja und es ist ja auch irgendwie schon, dann ist nicht nur diese Woche, wo man Urlaub hat, sondern auch schon diese ganze Phase davor, ein halbes Jahr vorher, wo man sich damit beschäftigt, ist ja bei uns auch schon mal ein Teil dessen Ganzen. Bisschen Vorfreude. Genau, ja. Ja, gibt es so spezialisierte Reisebüros oder Reiseveranstalter für barrierefreie Reisen? Wahrscheinlich schon. Ja, gibt es auf jeden Fall, haben wir aber noch nicht genutzt, deswegen können wir dazu auch nichts sagen. Grundsätzlich ist es bei mir auch so, ich mag das immer nicht ganz so, wenn es so ganz spezielle Angebote ausschließlich für Menschen mit Behinderung gibt. Für mich hat das dann immer nicht so richtig was mit Inklusion, sondern eher so mit Separation oder im besten Fall mit Integration zu tun. Okay, warte mal, wo ist jetzt der Unterschied? Naja, Moment, wie versuchen wir das zu erklären? Stellen wir uns mal so Kreise vor und wenn wir überlegen, wenn wir über Separation sprechen, dann hätten wir für die Normalbevölkerung und für die Menschen mit besonderen Bedürfnissen zwei unterschiedliche Kreise. Sie wären also separiert voneinander und es gäbe auch ein extra individuelles, spezielles Angebot. Wenn wir über Integration sprechen, dann würden die Menschen mit besonderen Bedürfnissen zwar in die Gesellschaft, in die normale Gesellschaft integriert werden, aber innerhalb dieser Gesellschaft gäbe es ein spezielles Angebot. Ein Beispiel, wer jetzt gerade letztens erlebt, super, also keine Kritik an, sag schon, an Seereisen mit AIDA, aber wir haben gerade einen extra Katalog bekommen. Warum sind die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung nicht einfach in den Normalkatalog mit drin? Warum muss es da einen extra Katalog geben? Da würden wir also über Integration sprechen. Und Inklusion, das ist das, was wir ja im Idealfall erreichen wollen für uns alle. Alle Menschen können einfach alle Angebote innerhalb der Gesellschaft wahrnehmen und es gibt keinen Unterschied zwischen der Normalgesellschaft oder vor der Normgesellschaft und der Menschen, die einfach andere Bedürfnisse haben. Und das ist das, was mir immer besser gefällt, wenn ich irgendwo hinkomme und ich bin ein Gast von allen, aber trotzdem habe ich für mich die Bedürfnisse oder werden die Bedürfnisse befriedigt, die ich vielleicht etwas anders habe als jemand anderes. Das ist immer für mich dann der idealste Urlaub. Unter dem Aspekt liegt natürlich noch eine ganze Menge Arbeit vor uns, gerade im Bereich Reisebuchung. Ja, aber wir bewegen uns ja in die richtige Richtung, Stück für Stück. Stimmt. Bei uns geht es heute explizit um Flugreisen. Ja. Spanien mit dem Auto oder Trampen, wäre mir zu anstrengend. Da bräuchte man mehr Urlaub. Zum Zug hatten wir ja schon mal was gesagt. Da gibt es auch zwei Folgen, wo man ein bisschen reinhören kann, um eine Idee zu bekommen, wie Reisen im Zug mit dem Rollstuhl abläuft. Also unter anderem Folge 2 und Folge 5. Folge 5 war der Starlight Express. Genau, da könnt ihr einfach mal in die Show noch gucken. Ich würde sagen, da packen wir die nochmal rein. Und wer sich für das Reisen mit Bahn interessiert, findet da mehr Informationen. Heute wollen wir fliegen und da eine gute Nachricht. Jeder internationale Flughafen und jede Fluggesellschaft sind auf die Bedürfnisse von Menschen mit besonderen Bedürfnissen eingestellt. Da gibt es im internationalen Flugrecht Normen und Vorschriften. Also jeder Flughafen sollte das auf jeden Fall haben und das ist ja wirklich erstmal eine tolle Nachricht. Jetzt muss man bloß noch wissen, wie man rankommt und wie man es nutzt. Ja, das ist eigentlich auch ganz einfach. Also wenn ich unsere Flüge buche, dann geben wir das einfach gleich an, dass du als Rollstuhlfahrer mitkommst. Dann muss man mindestens 48 Stunden vor Abflug beim Flughafen Bescheid geben. Meistens ist das einfach durch diese Buchung halt schon abgedeckt und dann kann es losgehen. Ja, also man kann dann unterschiedliche Angaben machen, ob man bis zum Gate laufen kann oder halt, ob man Unterstützung braucht, Sehbehinderung, Begleitung. Da gibt es einen kleinen Fragenkatalog und danach wird dann die Hilfeleistung dementsprechend angemeldet. Und bei uns hat das bis jetzt auch immer super geklappt, bis auf ein einziges Mal. Die Begleitung hat auch funktioniert. Aber vielleicht hier die kleine Geschichte, auch wenn es nichts direkt mit der Planung zu tun hat. Wir waren dann am Flughafen. Es war eine Dienstreise. Es sollte nach Saarbrücken gehen mit einem kleinen City-Hopper. Und wir kamen da an. Zwei ältere Herren haben uns auch begleitet bis zum Gate. Alles super. Ich bin mit dem Rollstuhl bis zum Flugzeug selber hingefahren über das Flugfeld. Und dann kam kein Auto mehr als Hublüft. Normalerweise hat man da so einen Hublüft, mit dem man reinfährt. Und irgendwann hieß es dann ja, also entweder hierbleiben oder über diese ausklappbare Treppe, also die hat noch nicht mal so eine richtige Randrolltreppe gehabt, sondern so eine Treppe, die aus der Bordwand rausklappt. Also eher so ein Jet. Ja genau, also die sind ja schon mal in sich auch als Fußgänger nicht so die vertrauenswürdigsten und stabilsten und da haben die zwei älteren Herren mich dann mit dem Rollstuhl rückwärts hochgezogen, wie gesagt morgens um sieben, ich war noch so im Halbtrans, mein Assistent, das war eigentlich fast das Schlimmste für mich, die Augen von ihnen wurden immer größer und panischer und irgendwann sagte einer von denen beiden, Moment mal, ich verliere gerade meinen Halt. Oh Gott. In dem Moment war ich wach. Also die gute Nachricht, ich bin reingekommen, aber es war wirklich ein Abenteuer. Auf Rückflug hat es dann besser geklappt. Auch mit Anmeldung kann es schief gehen, aber meistens haben wir bis jetzt wirklich tolle Erfahrungen gesammelt. Die Leute waren nett, hilfsbereit, sind überall gut durchgekommen und immer da angekommen, wo wir hinwollten. Ja, aber im Flieger ist dann immer nochmal so ein bisschen eine Herausforderung, weil wir ja eine Reihe brauchen, wo man die Armlehne hochklappen kann. Und wir haben noch kein Mittel gefunden, herauszufinden, an welchen Reihen das möglich ist. Es hat ein bisschen was mit Lotto zu tun. Ja. Wir haben auch mal die Bordcrew gefragt. Genau. Es ist immer ein sehr unangenehmes Gefühl. Wir kommen dann an, dann geht die nicht hoch zu klappen. Dann sind die meistens sehr nett. Wir werden in eine andere Sitzreihe platziert. Aber man hat ja dadurch wieder so einen... Diesen Domino-Effekt. Also gerade das letzte Mal fand ich das echt unangenehm. Da war ich auch vorher schon sehr aufgeregt, weil ich dann wieder daran gedacht habe, ach Gott, ja, diese Geschichte mit den Armlehnen, weil wir können dich ja nicht über die Armlehne drüber heben. Die muss einfach hochklappbar sein. Und dann hatte ich schon beim Team nachgefragt vor Ort und die wussten wieder nicht, welche das haben, also welche Stuhlreihen das haben und welche nicht. Dann haben wir eine ausgesucht, haben dich dort hingesetzt oder wir haben uns dann auch hingesetzt. Das hatte dann zur Folge, dass eine Familie, die quasi über die gesamte Breite sitzen wollte, auseinandergerissen wurde und sich wirklich bitterböse beschwert hat. Also es war mir echt unangenehm. Ja, man hat dadurch wieder so eine exponierte Stellung, die man ja eigentlich gar nicht haben will. Man will einfach nur einsteigen, fliegen und gut ist. Man hat es uns zumindest so erklärt, es ist nicht explizit buchbar, weil die Sitze einfach, wenn sie aus der Wartung kommen will, da wieder eingebaut werden und kein Mensch weiß, wo ist klappbar und wo ist nicht klappbar. Es bleibt spannend. Mal gucken, wie es diesmal klappt. Wir werden das erzählen in den nächsten Folgen. Ja, könnt ihr euch drauf freuen. Anders als bei kulturellen Veranstaltungen oder auch beim Zug gibt es beim Fliegen keine Ermäßigungen für die Begleitpersonen. Auch wenn man einen B im Ausweis hat, also auf ständige Begleitung angewiesen ist, ist die Begleitperson jetzt nicht vergünstigt oder bekommt ein kostenloses Ticket. Man muss also voll buchen und voll bezahlen. Da sollte man drauf achten, sollte man im Kopf haben. Das sind ja auch zusätzliche Kosten, die man hat. Zwei, drei Vorteile gibt es aber trotzdem. Wir haben ja schon erwähnt, diesen Begleitservice auf dem Flughafen. Das ist schon toll, weil man auch an der einen oder anderen Schlange dran vorbeikommt. Und man hat als Mensch, der eine Mobilitätseinschränkung hat, auch noch zusätzliches Gepäck. Mobilitätshilfen, die sind dann eben kostenfrei und für alle medizinisch notwendigen Dinge. Ganz offiziell darf man da drin natürlich nicht seine privaten Sachen rein stopfen, aber wir füllen auch immer die Lücken noch mit ein paar Socken oder sowas aus. Also man hat schon und das sind ja auch nicht unerhebliche Kosten mittlerweile so für Koffer und Gepäck, Aufgabegepäck. Bist du schon bei 40, 50 Euro. Ja, pro Flug, also pro Flugstrecke oder. Ich glaube hin und zurück, aber trotzdem. Es kommt einiges zusammen. Da hat man dann schon so ein paar Vorteile. Das einzige, was wir festgestellt haben und das war wirklich ein kleiner Traum von mir zerplatzt, sind Handbike-Akkus. Wir haben dann recherchiert, als ich das erste Mal geflogen bin, mein Traum, ich habe mich schon den Sonnenuntergang in Spanien an der Strandpromenade entgegenfahren sehen mit meinem Handbike, zwei Stunden unterwegs sein mit dem Podcast oder Hörbuch auf dem Ohr. Aber nee, wir haben dann erfahren, man darf maximal Akkus bis 160 Wattstunden irgendwie mit dem Flieger nehmen. Das hat was mit dem Brandschutz zu tun. Die können sich entzünden, ne? Ja, irgendwie gab es da wohl mal einen Vorfall. Danach gab es jetzt eine neue Regelung. Ja, wenn man sich E-Bikes Akkus anguckt und ein Handbike Akku ist genau die gleiche Technologie. Die haben mittlerweile das Dreifache. Damit war das Thema gestorben. Wir haben noch keine Lösung gefunden. Wenn jemand eine kennt, gerne her damit. Im nächsten Urlaub nehme ich gerne mein Fahrrad mit. Weil E-Bikes kann man ja mittlerweile überall mieten. Also ich muss ja nicht mein eigenes E-Bike von zu Hause mit nach Spanien oder wer weiß wohin auch immer im Flugzeug mitnehmen, sondern ich gehe da einfach zu einem örtlichen Fahrradtender und miete mir ein E-Bike. Handbike wird es ein bisschen herausfordernder. Stimmt, ja. Also von daher, meine Begleitpersonen freuen sich schon alle darauf, mich mehr schieben zu dürfen in Spanien. Naja. Ja, also Handbike wäre ja so nice to have gewesen. Wenn wir das dabei gehabt hätten, hätte ich mir meinen Traum erfüllen können. So ist es halt nicht der Fall. Aber es gibt ja auch so ein paar Hilfsmittel und ein paar Dinge, die ich einfach dabei haben muss. Und eine Sache davon ist der Duschrollstuhl, weil ich wollte jetzt eigentlich mich nicht irgendwie auf der Gartenliege mit einem Wasserstrauch abspritzen lassen. Ab an den Pool. Also da haben wir ja anfangs einen immer gemietet vor Ort. Das gab es zumindest, also so über örtliche Sanitätshäuser. Aber man weiß halt nie, was man kriegt. Und das war schon teilweise echt abenteuerlich, weil die sehr, sehr wackelig waren. Ja, ich bin tausend Tode gestorben. Ja, wir alle. Ja, und es ist ja auch eine Kostenfrage. Ja. Also du musst ja dann halt auch vor Ort wieder Miete zahlen. Das stimmt. Mittlerweile hast du ja einen eigenen Duschrollstuhl für die Reise. Der ist so klappbar, kommt dann in einen Koffer und dann kann man den eben so mitrollen. War ein bisschen herausfordernd mit dem Sanitätshaus und der Krankenkasse. Aber wenn man sich damit beschäftigt und auseinandersetzt, haben wir das hinbekommen. Muss ich ehrlicherweise sagen, da steht natürlich viel im Jahr rum, aber wenn wir verreisen, ist es natürlich Gold wert. Wir konnten auf dem üben, wir wissen genau, wie der funktioniert. Der ist jetzt natürlich nicht so bequem und so toll wie zu Hause, aber es ist der eigene und man weiß, was man hat und wenn es irgendwo quietscht oder wackelt, weiß man, was es bedeutet. Seitdem ist es relativ entspannt. Ich habe mir immer sehr viel in den Kopf darum gemacht. Bis ich dann vor Ort war und den Duschrollstuhl gesehen habe, wird das alles funktionieren. Und jetzt weiß ich einfach, ich habe ihn dabei. Ich weiß, was ich habe. Und auch die Assistenten oder die Menschen, die mir dann vor Ort helfen, wissen, wie man damit umgeht. Ja, aber da sprichst du ja auch was an. Wir machen das ja alles nicht allein, sondern wir nehmen immer Assistenz mit in den Urlaub. Ja, zumindest wenn es über mehrere Tage geht, weil es soll ja auch am Ende Urlaub für Vanessa sein. Es hat ja wenig Sinn, wenn wir beide gemeinsam in den Urlaub fahren, Vanessa ihren Jahresurlaub aufgibt, um dann den ganzen Tag von morgens bis abends dich zu schieben, Auto rein, Bett raus, rein. Sonst brauchen wir dann erstmal 14 Tage Reha für Vanessa. Ja, aber derjenige, der mitkommt, der muss schon echt Bock haben, man muss sich auch gut verstehen. Ja klar, man erlebt ja quasi das, was man eigentlich als Paar gemeinsam erleben möchte. Urlaubserlebnisse sind ja auch oft prägende Erlebnisse, aber die erlebt man dann halt zu dritt. Es ist so. Natürlich auch manchmal Vorteile, weil man halt irgendwie andere Möglichkeiten hat. Aber man muss sich dessen bewusst sein oder man muss sich dann auch mal bewusst aus dem Weg gehen. Ja, das muss man glaube ich auch aktiv einplanen, dass man mal Zeit alleine hat. Das klappt ja auch alles ganz gut. Und auch hier muss man eben wieder bedenken, das sind Extrakosten. Weil Flug und Unterbringung werden von uns getragen. Ja, da gibt es keine Leitzuschüsse oder sonst was. Das muss man mit einplanen. Und nicht jeder Mensch, der mit einer Behinderung oder mit Hilfebedarf lebt, hat ja diese finanziellen Mittel, um zu sagen, okay, ich zahle einfach mal anstatt zwei Flugtickets drei Flugtickets. Das stimmt. Und das ist einer der Gründe, weshalb wir uns dann auch oft für Apartments entscheiden, statt Hotelzimmer. Weil wir da einfach für eine ähnliche Summe mehr Möglichkeiten haben. Es ist meistens vom Platz her, von den Schlafgelegenheiten, man kann sich besser aus dem Weg gehen und einfach nochmal ein extra komplettes Hotelzimmer ist dann doch meistens deutlich teurer. Auf jeden Fall. Bei den Apartments gibt es ja immer mehr Möglichkeiten. Also wir buchen häufig über Airbnb. Ich finde dort ist auch die Möglichkeit auszusuchen, also so die Parameter zu bestimmen ist recht gut. Was ich erstaunlicherweise ganz selten mache, ist wirklich auszuwählen, barrierefreie Unterkünfte. Also das bringt mir gar nichts. Häufig ist es sogar so, die Anzahl der möglichen Unterkünfte wird so verringert durch dieses Anklicken von barrierefrei, dass es sich eigentlich nicht mehr lohnt. Also dann hast du da irgendwie fünf Stück. Meistens kriegst du noch mehr ausgeworfen, wenn du anklickst haustierfreundlich. Jetzt würde ich mich nicht als Haustier bezeichnen. Nein, ein Bärchen. Ich finde das schon echt skurril. Ja, auch von der Reihenfolge, du hattest das mal. Das war weiter oben, war haustierfreundlich und irgendwann kam dann barrierefrei. Genau, nach barrierefrei musstest du immer suchen, aber oben wird dir sofort angegeben. Familienfreundlich, haustierfreundlich, Adults only. Aber barrierefrei kommt irgendwie ganz unten nach drei Klicks, egal. Wir entwickeln da ja mittlerweile so eine Art Blick für die richtige Unterkunft. Am Anfang fangen wir ja im Regelfall damit an, erstmal überhaupt nach den Zugangsmöglichkeiten zu gucken. Wir suchen uns also Dinge raus, wo man es erahnen könnte, dass es barrierefrei ist und dann sitzen wir Abende über da und schauen uns vor allem die Fotos von den Apartments an, weil wir festgestellt haben, was im Text steht, da kann man sich nicht ganz so drauf verlassen, sondern wir gucken dann halt Bilder und dann sind so Sachen wie Größe der Wohnung für uns entscheidend oder wie sieht es mit der Wohnung aus. Tisch aus auch. Hat ja wenig Sinn, wenn wir da einen Tisch haben, den ich nicht unterfahren kann. Dann sitze ich ja irgendwie die ganze Zeit eine Woche im Urlaub mit dem Essen auf dem Schoß. Ist auch nicht so schön. Dusche ist natürlich immer ein Riesenthema. Und da stellen wir oft fest, es scheitert dann daran, dass eine nicht bewegliche Glasscheibe eingebaut worden ist. Es ist alles barrierefrei. Es ist eben ehrlich, es ist eine Riesendusche, aber ich komme halt einfach nicht rein, weil so eine feststehende Glasscheibe ist. Ja, oder der Durchgang einfach so so schmal ist. Ja, Toilette direkt davor gebaut. Oh ja, stimmt, stimmt. Also ich habe dann auch manchmal einfach die Vermieter angeschrieben, habe nochmal nachgefragt. Manche haben wirklich nachgemessen, dass die mir dann wirklich geschickt haben von wegen, ja hier der Duschdurchgang ist so und so breit. Eine zweite Sache ist ja auch das Bett. Wir fragen auch manchmal nach der Betthöhe, wenn wir das so auf den Fotos schwer einschätzen können. Weil ich muss ja vom Rollstuhl ins Bett umsetzen und auch wieder in die andere Richtung. Wenn es jetzt extrem flach ist, das Bett, ist es zwar toll vom Rollstuhl hereinzukommen, aber raus aus dem Bett ist dann wieder eine Herausforderung. Ja, das stimmt. Und auch der Platz neben Bett. Manchmal stehen die dann so nah an der Wand, da sieht man dann eben schon auf dem Foto, okay, da kommst du eben nicht mit dem Rollstuhl ran. Ja, so dieses schöne Burgzimmer in der historischen Finca fällt für uns meistens aus. Und ansonsten machen wir Möbelrücken. Also das haben wir auch schon gehabt. habe. Größte Herausforderung für uns, die wir immer sehen, dann passt alles, aber wo es entscheidet, dann das Waschbecken. Also wir haben in Apartments, also zumindest jetzt in Spanien, da wo wir waren, bis jetzt noch nie ein Apartment, egal wie barrierefrei der Rest war, gefunden, wo das Waschbecken unterfahrbar war. Trotz dreier Bäder teilweise. Und mittlerweile, wir haben mittlerweile eine Salatschüssel. Die nehmen wir diesmal auch mit. Letztes Jahr haben wir noch eine vor Ort gekauft, sodass ich mir dann am am Tisch einen kleinen Waschplatz aufbauen kann und das dann halt nutze. Also man muss halt auch da wieder ein bisschen kreativ sein, nicht alles zu streng nehmen, sondern ein bisschen mit Tumor. Einmal haben wir uns so richtig in den Näschen gesetzt, da war ich das allererste Mal in Spanien. Da war ich aber nicht dabei. Da habe nicht ich gebucht, möchte ich nochmal sagen. Es ist seitdem ich mit Profis arbeite, ich glaube das besser. Damals habe ich noch alleine gebucht, Da war ich mit Freunden. Wir haben uns dann zwar kennengelernt, aber es hatte, weil du gerade einen neuen Job angefangen hast, nicht funktioniert, dass du mitkommst. Da sind wir ins Apartment rein und hatten uns alle Bilder angeguckt. Alles war super. Und das erste, worauf ich zugerollt bin, war eine Stufe. Und das barrierefreie Schlafzimmer und das barrierefreie Bad waren natürlich unten. Also meine Assistenten mussten mich und meine Freunde, mit denen ich da war, immer diese eine Stufe rauf und runter schieben. Und wir haben danach nochmal geguckt, aber man hat es verdammt auf den Bildern nicht erkennen können. Man hätte es erahnen können vielleicht. Aber keine Ahnung, das war wirklich suboptimal. Ja, wie gesagt, meistens ist es so, wir haben dann schon so ein Feeling mittlerweile. Okay, und Andalusien, wo wir jetzt hinfahren, das ist ja, ich glaube, das dritte Mal, dass wir gemeinsam fahren. Ja, genau. Und wenn man natürlich ganz andere Länder, ganz andere Sachen, dann müssten wir wahrscheinlich auch wieder neu gucken und uns neu orientieren. Das stimmt. Ja, Transport vor Ort ist auch immer so eine Frage. Wir nehmen ein Mietauto. Ein Hundefänger. Ein Hundefänger. Ich sage das immer so ungern, wenn es in Bezug auf dich oder auf den Rollstuhl ist. Aber die meisten werden damit was anfangen können. Das sind so diese Kastenwagen. Damit fahren wir eigentlich immer ganz gut, weil du dann umsetzen kannst auf den Beifahrersitz. Genau und wenn man an der Bordsteinkante steht, ist es für mich zumindest mit meiner Sitzhöhe genauso, dass ich relativ gerade einstellen kann und wir brauchen irgendwie nicht den Rollstuhl auseinander bauen und sowas. Wir können einfach nehmen, zack, Kofferraum stellen, fertig. Genau. Also da weniger das Designer-Auto, mehr das praktische Auto. Auf jeden Fall. Das wird also kein Cabrio. Könnten wir mal ausprobieren. Ich bin mir auch gar nicht sicher, ob es so die Möglichkeit gibt mit Transfären, also Transfäre vom Flughafen mit einer Rampe dann in die Stadt oder zum Apartment. Da habe ich mich ehrlich nie mit beschäftigt. Ich weiß auch gar nicht, ob man ein Auto mieten könnte, so analog zu unserem Privatfahrzeug hier, was eben eine Rampe hat oder einen Lift. Tja, gute Frage. Ja, in Berlin wüsste ich ein Unternehmen, das so ein Auto vermietet, aber Ausland und so weiter habe ich auch ehrlich nie danach gesucht. Aber wenn jemand von unseren Hörerinnen und Hörern sowas kennt, immer her mit den Tipps, wir geben es gerne weiter. Definitiv. Einen Tipp können wir noch an der Stelle geben. Wer einen Parkausweis hat, diesen blauen Parkausweis für Menschen mit Behinderung, der sollte den auf jeden Fall einstecken, auch mit Mietwagen, weil der gilt in ganz Europa und zumindest da in Spanien, wo wir sind, haben wir festgestellt, es gibt weitaus mehr Rollstuhlparkplätze und die sind auch meistens frei und kostenfrei. Also der hat uns da schon wirklich viel geholfen. Ein Jahr haben wir mal vergessen, das war echt blöd. Da mussten wir dann irgendwo immer woanders parken. Also dieses Jahr, haben wir ihn schon eingepackt? Noch nicht, weil wir fahren ja noch zum Flughafen. Okay, aber wir sollten ihn diesmal definitiv nicht vergessen. Ja. Bei den Ausflügen, da versuchen wir uns dann natürlich so gut wie möglich im Vorfeld zu informieren, wie es um die Barrierefreiheit steht, um die Zugangsmöglichkeiten. Also oft ist das so gar nicht gekennzeichnet. Da ist man dann wirklich darauf angewiesen, mal anzurufen oder nachzufragen, eine E-Mail hinzuschreiben. Wir hatten auch schon Sachen, da sind wir einfach so losgefahren und das hat wunderbar funktioniert. Ja, die Kennzeichnung ist in anderen Ländern schon anders oder anders ausgeprägt als in Deutschland. Wir sind da teilweise sehr korrekt, überall hat man dieses Zeichen. Da haben wir im Ausland schon andere Erfahrungen gesammelt. Vielleicht ist es auch selbstverständlicher. Ja, genau. Es muss gar nicht so gut kennzeichnet sein. Jetzt hatten wir doch mal dieses Thema mit dem Hotel in Dänemark. Ja, stimmt. Wo ich irgendwie extra nachgefragt habe und die dachten so, was will die denn jetzt von uns? Vielleicht ist das auch so ein Ding im Ausland, dass es teilweise viel selbstverständlicher ist, dass es eben so barrierearm hergestellt wird. Ja und wenn es halt nicht ist, werden halt vier Leute herangerufen und dann wird halt getragen. Also es gibt ja diverse Fotos von Menschen, die irgendwie da die chinesische Mauer, die Treppe hochgetragen werden von irgendwelchen Angestellten. Also hatten wir ja in der Folge, welche Folge hatten wir das? Ich kann mich gerade gar nicht daran erinnern. Also es gibt auf jeden Fall eine Folge, wo wir darüber schon gesprochen haben. Und manchmal ist einfach Pragmatismus gefragt. Man kann nicht die chinesische Mauer jetzt barrierefrei bauen, aber man kann sich was einfallen lassen, wie sie dann trotzdem zugänglich wird für alle. Das ist dann ja oft Gold wert. Gold wert kann auch definitiv die Auslandskrankenversicherung werden und das soll unser heutiger Quick-Tipp oder unser heutiger Tipp sein. Ich selbst habe es am eigenen Leib erfahren, so unabhängig ob man nun mit oder ohne Behinderung reist, so eine Versicherung ist schon ab 10 bis 20 Euro fürs Jahr, ganze Jahr zu bekommen. Komm, wer unsere Folge 3 gehört hat, in einer Sekunde vom Waschbrett zum Waschbär, der weiß, wie wichtig das sein kann. Also auch wenn man als vermeintlich junger, gesunder Mensch verreist, kann einem vor Ort ja immer was passieren. Ohne diese Auslandskrankenversicherung, die ich damals hatte, wäre ich nicht 24 Stunden nach meinem Unfall in Deutschland operiert worden. Keine Ahnung, wie es mir dann jetzt gesundheitlich gehen würde und wo ich jetzt wäre. Also da können wir ganz klar sagen, diese 10 bis 20 Euro sollte jeder, der ins Ausland verreist, investieren. Das ist unser Quick-Tipp für heute. In unserer nächsten Folge nehmen wir euch dann mit zu unseren Erlebnissen in Spanien während des Urlaubs. Also freut euch auf Besuche am Strand, eine Fahrt mit der Seilbahn und den Besuch der Alhambra-Moschee. Das haben wir fest geplant. Mal sehen, ob alles so funktioniert, wie wir uns das denken. Bis dahin. Auf Wiederhören. Auf Wiederhören. Und wir versuchen ein bisschen Sonne mitzubringen. Oh ja. Versprochen. Das war's für heute von Unbehindert. Wir sagen danke, dass ihr uns euer Ohr und Zeit geschenkt habt. Eure Meinung und Gedanken sind uns wichtig. Lasst uns also in den Kommentaren wissen, was euch für Themen bewegen. Und wenn euch gefallen hat, was ihr gehört habt, hinterlasst uns gerne eine Bewertung oder folgt uns auf unseren Social-Media-Kanälen. Ihr findet uns auf TikTok, Instagram, Facebook und natürlich auf unserer Webseite www.unbehindert-podcast.de. Alle Links und weitere Infos gibt es natürlich in den Shownotes. Damit ihr keine Folge verpasst, vergesst nicht, unseren Podcast zu abonnieren. Bleibt neugierig, teilt eure Leidenschaften mit der Welt und macht sie zu einem Ort mit weniger Barrieren. Bis zum nächsten Mal. Music.

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