unBehindert

Der Podcast, der Barrieren bricht.

#B001 Winterabenteuer mit der Bahn

31.01.2024 20 min

Zusammenfassung & Show Notes

Wir lieben Bahnfahren, aber es gibt Tage, an denen es einem die Deutsche Bahn schwer macht, an die Verkehrswende zu glauben. Wir meinen nicht, wenn die GDL und Herr Weselsky mal wieder zum Bahnstreik aufruft oder Schienenersatzverkehr SEV fährt, sondern wenn es schneit und kalt ist. 

In dieser Podcast Folge spielen ein defekter Fahrstuhl, fehlende Notfallpläne, inkompetente Mitarbeitende am Servicetelefon und ein Winterdienst, der den Namen nicht wert ist, die Hauptrolle. Aber auch die Polizei als Freund und Helfer, ein Lokführer mit Herz und Verstand und Vanessa, die Arne vor dem Erfrieren im eiskalten Winter gerettet haben.

Links aus der Folge “Winterabenteuer mit der Bahn"
🔗 Folge #002 Das erste Mal mit der Deutschen Bahn: https://unbehindert-podcast.de/episode/002-das-erste-mal-mit-der-deutschen-bahn
🔗 Folge #004 Ziemlich beste Freunde in echt - Persönliche Assistenz: https://unbehindert-podcast.de/episode/004-ziemlich-beste-freunde-in-echt
 
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Vielen Dank für eure Zeit und euer Interesse. Bleibt neugierig und teilt eure Leidenschaften mit der Welt, um Barrieren abzubauen. 

Bis zum nächsten Mal! 
Vanessa Köllner und Arne Schöning

Transkript

Vorne weg möchten wir nochmal sagen, wir lieben es Bahn zu fahren. Es gibt halt auch einfach so diese Tage, an denen das Wort Service und Bahn definitiv nicht in einem Satz nennen sollte. Warte, warte, du hattest Sushi. Den Gaul bekommen wir hier aber nicht runter. Außer Betrieb. Ist doch nicht mein Problem. Ja, klar. Minus 5 Grad, 4 Zentimeter Schnee und es war windig. Willkommen bei Unbehindert, dem Podcast, der Barrieren bricht. Hier sprechen wir über das Leben mit und ohne Behinderung, teilen inspirierende Geschichten und beleuchten Barrieren, ohne die unser aller Leben leichter wäre. Jetzt genießt die nächsten Minuten mit Vanessa und Arne. Herzlich willkommen zu unserer ersten Bonus-Folge von Unbehindert. Bonus-Folgen werden wir jetzt immer machen, wenn was Aktuelles passiert, sowas Tagesaktuelles, Außergewöhnliches, dann hört ihr uns nochmal zusätzlich. Genau. Vorneweg möchten wir nochmal sagen, wir lieben es Bahn zu fahren. Wir lassen so oft es geht das Auto stehen. Das hat jetzt nicht nur umwelttechnische Gründe, sondern auch den Grund, dass wir nicht gerne Auto fahren. Ich hasse Auto fahren. Ich auch. Aus den Gründen stehen wir voll dahinter, hinter der Bahn. Wir fahren gerne ICE, wir fahren Regionalbahn, alles was geht. Aber es gibt halt auch einfach so diese Tage, an denen alles schief läuft und an denen man das Wort Service und Bahn definitiv nicht in einem Satz nennen sollte. Ein solcher Tag, an dem wir euch daran teilhaben lassen, das war der 16.01.2024. Eine Fahrt, die ich gemeinsam mit einem Assistenten gemacht habe, mit dem ICE von Berlin nach Angermünde. Was ich da Unglaubliches erlebt habe, darum soll es heute in dieser Bonusfolge gehen. Für euch vielleicht einfach mal ein paar Eckdaten. Ich war an dem Tag seit sieben Uhr morgens unterwegs, bin also von Angermünde ins Büro gefahren, habe dort dann gearbeitet und abends sollte es zurückgehen mit dem ICE 1070. 17.43 Uhr vom Berlin Hauptbahnhof nach Angermünde, Ankunft 18.39 Uhr, alles perfekt pünktlich zum Abendbrot zu Hause. Was man vielleicht noch erwähnen sollte, die Rahmenbedingungen, die werden später im Laufe der Folge noch ein bisschen wichtiger. An dem Tag hatten wir minus 5 Grad, 4 Zentimeter Schnee und es war windig. Also das solltet ihr euch schon mal merken. Was habe ich gemacht? Wie immer, Fahrten angemeldet, damit die Leute auch von der Deutschen Bahn wissen, dass dort ein Rollstuhlfahrer kommt. Schön brav, ja. Ja, genau, und sich darauf vorbereiten können. Ich war mit Christian unterwegs. Wer uns regelmäßig zuhört, kennt ihn aus der Folge Ziemlich beste Freunde. Wer die Folge noch nicht gehört hat, sollte unbedingt in die Shownotes gucken und das nachholen. Er erfahrt dann so ein bisschen was darüber, was ist Assistenz und wie ist die Zusammenarbeit zwischen uns und Christian. Jan, aber darum soll es heute ja nicht gehen. Wir beide sind also nach meiner Arbeit los, sind noch zum Hauptbahnhof. Dort haben wir immer ein bisschen Aufenthalt und das nutzen wir ab und an mal ganz gerne und sind noch beim ortsansässigen Sushi-Dealer vorbeigefahren. Warte, warte, du hattest Sushi? Ich hatte Sushi, ja. Wieso, schön. Naja, also irgendwas muss man sich ja ein bisschen gönnen. Also irgendwie muss man sich ja die Fahrt ein bisschen angenehmer machen. Also haben wir uns noch was beim Sushi-Händler geholt. Ja, dann noch den Rest der Fahrt genutzt. Ist ja ganz praktisch. ICE, im WLAN auch noch ein bisschen gearbeitet, ein paar E-Mails beantwortet und dann ging es ganz entspannt ab nach Hause. Schön, Sushi. Ich habe zu Hause gesessen mit dem fertigen Eintopf. Naja, den hätte ich ja auch noch gegessen. Ja, ich war an dem Tag arbeiten in Eberswalde und hatte auf dem Rückweg mit dem Auto, da nehme ich dann ab und zu das Auto, ja, Ich habe eine Stunde fast gebraucht für die 30 Kilometer. Also es war richtig Schneechaos und ich war auch froh, dass ich zu Hause war und habe eigentlich bloß noch auf euch gewartet, damit wir beide dann zusammen Abendbrot essen können. Ja, und dann ist mir alles ganz normal gelaufen. 18.40 Uhr, also fast pünktlich in Angermünde angekommen und dann nahm das Schicksal seinen Lauf. Es öffnete sich die Tür, wie immer, hat gut geklappt, war ein Taxifahrer vor Ort, ein älterer Herr, vermute mal, der verdient sich noch ein bisschen was dazu, der mir dann mit einem Hublüft aus dem ICE heraushelfen sollte. Ja, immerhin war er da. Das haben wir ja auch schon anders erlebt. Also gut, nicht bei ICE. Nee, aber ja, hatten wir auch schon. Aber meistens funktioniert es und die sind ja auch alle total nett und hilfsbereit, muss man wirklich sagen. Ja, aber die Tür ging auf, er stand mit diesem Hublüft vor unserer Nase und Angermünde präsentierte sich in einem wunderschönen Winter Wonderland. Ja, es war richtig Schnee. Wenn wir das zu Weihnachten gehabt hätten, hätten wir uns gefreut. Also alles gar kein Thema. Wir sind also raus mit diesem Hublift. Es muss auch schon ein Bahnmitarbeiter vor Ort gewesen sein, denn der Bahnsteig war auch schon geräumt. Allerdings nur 30 Zentimeter von der Bahnsteinkante. Schön den Schnee von dieser Bahnsteinkante auf den Bahnsteig draufgeschüppt. Aber dann die 30 Zentimeter, wo man nicht stehen sollte, oder wie? Naja, heißt auch immer. Also bitte halten Sie Abstand von der Bahnsteinkante, wo man nicht laufen soll und stehen soll. Ja genau, die waren geschüppt, damit man die besser erkennt, wo man nicht stehen darf. Ja klar, nee, ist gut. Und ja, den Schnee dann schön auf den Bahnsteig draufgehüft. Also zu den vier Zentimetern, die wir eh schon hatten, kam dann noch der Schnee von der Bahnsteinkante oben drauf. Ja, und da sind wir dementsprechend geguckt und waren so ein bisschen überrascht. Der nette Herr vom Taxi-Service war auch schon extrem am Fluchen, weil, kleine Besonderheit wieder, wir haben zwar ein tolles Vordach mit Windschutzraum, Raucherecke und sowas alles auf dem Bahnsteig in Hangermünde, aber nein, dieser Hublüft steht nicht unter diesem Dach, sondern er steht im Freien. Er war also dementsprechend eingeschneit, das Fahrradschloss, mit dem er angeschlossen war, war eingefroren und der arme Mann durfte dann durch diesen hohen Schnee diesen Hublift auch noch über den halben Bahnsteig schieben. Boah, wie so ein Schneeflug. Ja genau, also vor dem Wagen war dann irgendwie gefühlt so 40, 50 Zentimeter der Schnee aufgehäuft. So kam er dann halt sehr kaputt bei uns an. Hilf uns raus, Handbike raus, ich raus, Zug fährt weg, noch vom Zugpersonal verabschiedet, alles schön. Und dann ging der Hublift nicht mehr runter. Nein. Ja, definitiv. Wir hatten sowas schon mal, da war dann durch die Kälte irgendwie das Schmieröl oder die Flüssigkeit, die da drin war, zu zäh beziehungsweise eingefroren. Naja, wir haben es dann immer wieder versucht, rauf, runter. Christian ist wie so ein Äffchen auf dem Ding rumgehüpft. Der Typ hat das dann immer wieder rauf und runter gefahren. Und irgendwann ist er dann weiter runter gefahren. Und so, dass wir mich da zumindest einigermaßen sicher runtergeholt haben. Das war ja noch alles witzig. Das gibt ja noch Stoff für Social Media. Christian hat, glaube ich, auch Bilder gemacht. In dem Moment haben wir wirklich alle noch gelacht. Auch wie witzig. Er hat, glaube ich, mich noch fotografiert, wie ich auf dem Ding stand. Und dann haben wir noch Fotos und ein Video gemacht von dem gut geräumten Bahnsteig. Und hatten eigentlich richtig gute Laune, hat ja alles super gut geklappt an dem Tag. Und wollten dann Richtung Fahrstuhl, haben dann erstmal festgestellt, ja, also so 5 bis 6 Zentimeter Schnee mit Rollstuhl. Ist nicht so gut. Also musste mich Christian dann da noch durch den Schnee schieben. Diesen Hublüft haben wir einfach da stehen lassen, wo er stand und da angeschlossen. Weil den wieder da durchzuschieben, das haben wir nicht gemacht. Würde mich mal interessieren, ob der immer noch da steht. Steht er jetzt unter dem Dach oder wieder im Freien? Werden wir sehen, wenn wir das nächste Mal fahren. Keine Ahnung. Ja, also noch ein bisschen Social-Media-Beiträge produziert. Da hier der kleine Hinweis, wer uns noch nicht folgt, TikTok, Instagram, Facebook, YouTube, wenn man das als Social-Media-Kanal bezeichnen will. Aber ja, also man kann uns da auf jeden Fall folgen. Da seht ihr auch die Ergebnisse, also die Bilder von diesem Zwischenfall. Das, was wir euch hier nur beschreiben können, könnt ihr euch da dann im Bild auch nochmal anschauen. Wir also Richtung Fahrstuhl, irgendwann kam ja dann auch das Vordach, da war dann kein Schnee, aber wir sahen schon von Weitem ein Licht leuchten und das ist ein Licht, was man nicht leuchten sehen möchte, wenn man als Rollstuhlfahrer bei, wir erinnern uns an die Rahmenbedingungen, minus 5 Grad, Schneefall und Wind sehen möchte, nämlich eine rote Lampe, die da leuchtet und auf der draufsteht. Außer Betrieb. Ja, außer Betrieb. Es kann ja nicht wahr sein, zumal ich ja am Morgen auf dem Hinweg noch genau da lang gefahren bin und der Fahrstuhl funktioniert hat. Also damit haben wir nun wirklich nicht gerechnet. Ich also bei der 3S Zentrale angerufen, da sind wir schon mal in unserer Folge das erste Mal mit der Deutschen Bahn drauf eingegangen. Während wir in die Shownotes packen, also wer wissen möchte, was 3S-Zentrale bedeutet, kann da nochmal reinhören. Nur kurz zur Erinnerung, das 3S steht für Service, Sicherheit und Sauberkeit. Und ich habe jetzt gedacht, gut, okay, dürfte ja wohl kein Problem sein. Es sollte ja einen Notfallplan geben, wenn hier der Fahrstuhl kaputt ist. Habe also da angerufen und hatte auch einen sehr freundlichen Mitarbeitenden am Ohr. Problem war, komplett ohne Lösungsvorschlag. Also es gab keinen Notfallplan, es gab kein Rettungskonzept und im Laufe des Gesprächs sagte er dann, also um das Ganze jetzt hier mal abzukitzen, Herr Schöning, ist doch nicht mein Problem. Ich rufe jetzt die Bundespolizei und hat aufgelegt. Boah, ey, das ist unfassbar. Und ich saß ja zum selben Zeitpunkt halt zu Hause mit dem fertigen Eintopf und habe auf euch gewartet. Da war es dann nämlich schon 19 Uhr. Also es waren schon 20 Minuten vergangen. Und dann habe ich mich gefragt, wo ihr bleibt. Und wir hatten kurz geschrieben und du meintest ja, Fahrstuhl kaputt und jetzt soll die Bundespolizei kommen. Und ich dachte schon so, um Gottes Willen, diese Treppen. Also es ging ja darum, dass sie euch dann, dich runter tragen. Ja, genau. Die Treppen. Dann dachte ich schon so, bei der Glätte und die sind relativ steil. Wir haben das schon öfter gehabt, dass du dann einfach einen anderen Zug genommen hast, also wieder in die Gegenrichtung oder eine Station weiter und ich dann mit dem Auto hingefahren bin. Also ich habe mich so mental und alles schon vorbereitet, das Auto zu starten und wieder in den Winter rauszufahren, um dich abzuholen. Wir haben irgendwann gedacht so, okay, super, aber dachten wir, gut, die Bundespolizei, Die ist hier in der Nähe, die werden ja vielleicht einen Plan haben. Wird ja nicht das erste Mal sein, dass das passiert ist. Die kamen dann auch sehr schnell zu zweit, waren auch super nett, lösungsorientiert. Aber der erste Spruch war, den Gaul bekommen wir hier aber nicht runter. Gaul. Gut, sie meinten dann scherzhaft meinen Rollstuhl mit Handbike, das noch vorne drin war. Damit bin ich natürlich auch wirklich ziemlich groß und so hätte man mich definitiv nicht runtergetragen. Also unser Freund und Helfer war wirklich sehr nett, lösungsorientiert, haben überlegt, was sie machen können, aber haben auch vor einer Treppe gestanden, die hier in Angermünde echt steil ist. Und durch den Schnee und die Schneeverwehung und die ganzen Leute, die da schon runtergelaufen sind, halt auch nass, glatt. Also es war irgendwie keine Option, zu zweit mich da irgendwie diese Treppe hinunter zu bekommen. Und dann haben sie überlegt, was sie machen. Und haben gesagt, ja gut, okay, wir alarmieren jetzt die Freiwillige Feuerwehr, die werden ja hoffentlich irgendeine Zündidee haben, beziehungsweise Hilfsmittel haben, wie sie mich da dann runtertragen können. Und das war dann halt irgendwie so der Plan. Ich habe mir gedacht, dass ich in der ganzen Zeit auch ja nicht untätig sein wollte und da nur rumstehen, habe also nochmal bei dieser 3S-Zentrale angerufen und wollte genau diesen Move machen, den Vanessa gerade eben schon erzählt hat, dass ich einfach eine Station weiterfahre mit dem nächsten Zug oder eine zurückfahre. Aber wir haben also geguckt, 20 Minuten später sollte ein Zug kommen. Dann habe ich da angerufen und habe gesagt, hey, super, lass uns das doch einfach so machen. Ich fahre mit dem Zug in die andere Richtung und dann holt mich meine Frau dort ab. Also dann wieder Richtung Berlin meinst du? Ja, Richtung Berlin. Ich wollte dann eine Station nach Berlin fahren, weil das ist so das Kürzeste für uns dann mit dem Auto. Wenn kein Schnee liegt, ja. Herausforderung war aber, der Zug, der in die andere Richtung fährt, ist auf einem anderen Gleis angekommen. Hätte mir also nichts gebracht. Was wir aber aus der Vergangenheit kennen, was eigentlich ganz gut funktioniert, ist, dass in solchen Notfällen oft die Fahrdienstleitung dann halt einen Gleiswechsel macht, sodass es halt irgendwie möglich ist und wir dachten jetzt so, naja gut, bei den Außentemperaturen und bei der Situation, die da ist, wäre das ja vielleicht ein sinnvoller Grund, den Zug umzuleiten. Ich habe also angerufen, habe das vorgeschlagen, es war aber so, nee und nicht und jetzt warten Sie doch mal bitte auf die Feuerwehr. Nichts gemacht, dieser Typ in der 3S Zentrale. Naja, also irgendwie standen wir dann da und haben gewartet. Zehn Minuten später habe ich nochmal angerufen, habe gefragt, was ist denn nun? Und dann hat er mir dann gesagt, ja, also jetzt zehn Minuten vorher ist ja jetzt auch zu spät, um einen Gleiswechsel zu machen. Ja, klar. Zu uns zu kommen. Mittlerweile kam dann irgendwann ein Mitarbeitender von einer anderen Bahngesellschaft und den hat Christian dann angesprochen. So, ich meine, irgendwann ist man ja in so einer Situation, wir haben da mittlerweile fast eine Stunde gestanden. Annähernd, ja. Ja, wo wir wirklich so jeden Strohhalm irgendwie greifen wollten. Wir dachten, okay, hier ist jemand, der hat eine Uniform an, der sieht so aus, als ob er hier dazugehört, den quatschen wir jetzt an und fragen ihn irgendwo nach einer Lösung. Und der war total cool, muss ich sagen. Super nett, Und hat gesagt, hat kurz überlegt und nach fünf Minuten meinte er, ja, ich habe einen Plan. Ich habe eine Idee, wie ich euch hier helfen kann. Und wir schon so, was, haben wir gar nicht mit gerechnet. Einzige kleine Herausforderung ist, dieser Podcast ist ja öffentlich und wir hoffen, dass ihn möglichst viele Menschen hören. Ich kann ja also nicht ganz verraten, wie er uns geholfen hat, weil das nicht so 100 Prozent den Beförderungsvorschriften der Deutschen Bahn entsprechen hat. Und wir wollen diesen Menschen natürlich jetzt nicht irgendwie noch hier irgendwo Ärger einhandeln. Ja, Ärger einhandeln, das wäre ja wirklich blöd. Er hat uns ja schließlich geholfen. Aber es bleibt zu sagen, also wir sind sicher, trocken und definitiv ohne andere zu gefährden von diesem Bahnsteig runtergekommen durch diese Idee. Vielleicht haben wir ja Glück und der Retter hört auch diese Folge auf diesem Weg definitiv nochmal Dankeschön. Vielleicht packe ich mir mal eine Dose Bier in den Rucksack und wenn wir den nochmal sehen, wenn wir fahren, dann kann ich ihm ein kleines Dankeschön oder sowas überreichen. Endergebnis war, wir konnten die Feuerwehr abbestellen, sorry Jungs, dass ihr umsonst von euren Armbrotstischen aufstehen musstet und losfahren musstet bei der Kälte, aber sehen wir es positiv, wir haben uns allen die nasse, glatte Treppe erspart und ich glaube, das ist für uns alle definitiv besser gewesen. Nach mehr als anderthalb Stunden haben wir dann das Bahnhofsgebäude verlassen und... Überraschung, wer kam uns entgegen? Vanessa. Mit heißem Tee und heißem Kirschkernkissen. Also ich muss euch sagen, ich weiß jetzt wirklich, warum ich sie geheiratet habe. Ja. Auch das war, wir konnten uns kurz aufwärmen. Vanessa ist dann mit Christian mit dem Auto nach Hause gefahren, ich mit dem Handbike. Ja, es ist ja auch der Aspekt, dass du als Angehöriger zu Hause sitzt und dir halt echt Sorgen machst. Also abgesehen davon, dass ich eben in dieser Habachtstellung war, okay, muss ich jetzt nochmal los oder nicht? Man macht sich ja wirklich Sorgen, weil klar, jeder Fußgänger friert, kann aber mal springen, das kannst du nicht. Ja, also es war auch rattenkalt. Ich muss auch sagen, dass ich seitdem durchaus einen kleinen Schnupfen habe. Männerschnupfen, also annähernd lebensgefährlich. Aber ja, ich habe auch ehrlich gesagt dann nicht mehr daran gedacht, mich zwischendurch mal wieder bei dir zu melden, weil wir so beschäftigt waren mit der Feuerwehr, mit der Polizei. Nach meiner Rettung sollte ich eigentlich nochmal bei der 3S-Zentrale anrufen und Bescheid sagen, dass alles in Ordnung ist. Auch das habe ich ihr gesagt nicht gemacht, aber es kam auch kein Rückruf von denen, dass die mal gefragt haben, hey, hat alles geklappt? Also hier mal so die ganz offizielle Meldung an die Deutsche Bahn, wenn ein deutscher Bahnmitarbeiter das hört. Ich stehe nicht mehr auf dem Gleis und ich bin nicht erfroren. Sie können diesen Vorgang jetzt schließen. Das finde ich auch wirklich irre, dass es dafür keine Pläne gibt. Ja, ich meine, es ist ja bei solchen Temperaturen und ich meine, es gibt auch in dem Fall, wir haben im Nachhinein auch erfahren, es sollen wohl Jugendliche randaliert haben. Keine Ahnung, ob das der Realität entspricht. Aber ich meine, es kann ja ein Fahrstuhl immer mal kaputt gehen. Das ist das Normalste auf der Welt, ist Technik, kann kaputt gehen, kann böswillig sein, kann durch äußere Einflüsse sein und es muss ja irgendeine Idee geben, hätte ja auch ein Notfall sein können, es hätte brennen können oder wer weiß, irgendwas sein können, wie man dann einen Menschen mit Mobilitätseinschränkungen von diesem Bahnsteig bekommt und nicht erst in dem Moment anfangen, darüber nachzudenken, nach einer Lösung zu suchen, das fand ich wirklich auch…. Sehr merkwürdig. Ja, also ich habe da ganz viele Szenarien in meinem Kopf. Auch wenn irgendwie ein Mensch dort ausrutscht. Es war ja kaum geschoben oder gar nicht. Was ist denn? Dann liegt er mit seinem offenen Bruch da oben. Und dann muss man erst mal überlegen. Dann muss man die glatte Treppe runter tragen. Muss man schon machen. Ja. Ja, naja. Also es war auf jeden Fall verrückt. Egal, Geschichte ist vorbei und ist Vergangenheit. Gott sei Dank. Nächste Woche geht es beruflich wieder nach Berlin mit der Deutschen Bahn. Ich gehe mal davon aus, dass so ein Tag, den ich hier erlebt habe, nicht nochmal so schnell wiederkommt. Also, dass alles klappt. Hoffen wir das Beste? Drücken wir die Daumen. Ich gehe davon aus. Es ist ja auch 90 Prozent oder mehr als 90 Prozent unserer Fahrten funktionieren ja auch super. Auf jeden Fall. Aber wie gesagt, es gibt halt diese Tage, wo man sich wirklich fragt, was die da eigentlich machen und ob die einen Plan haben von dem, was sie da tun. Ja, daran wollte ich euch heute mal in dieser ersten Bonus-Folge teilhaben lassen. Es bleibt eigentlich nur noch eins, auf Wiedersehen zu sagen, nee, auf Wiederhören zu sagen, genau. Und wir freuen uns jetzt schon auf unsere nächste Folge, dann mit dem Thema Restaurant und Essen gehen. Es wird lecker. Wir freuen uns, ich hoffe, ihr freut euch auch und bis dahin. Auf Wiederhören. Das war's für heute von Unbehindert. Wir sagen danke, dass ihr uns euer Ohr und Zeit geschenkt habt. Eure Meinung und Gedanken sind uns wichtig. Lasst uns also in den Kommentaren wissen, was euch für Themen bewegen. Und wenn euch gefallen hat, was ihr gehört habt, hinterlasst uns gerne eine Bewertung oder folgt uns auf unseren Social-Media-Kanälen. Ihr findet uns auf TikTok, Instagram, Facebook und natürlich auf unserer Webseite www.unbehindert-podcast.de. Alle Links und weitere Infos gibt es natürlich in den Shownotes. Damit ihr keine Folge verpasst, vergesst nicht, unseren Podcast zu abonnieren. Bleibt neugierig, teilt eure Leidenschaften mit der Welt und macht sie zu einem Ort mit weniger Barrieren. Bis zum nächsten Mal. Music.

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