#032 Barrierefreiheit geht mich nichts an
Vielleicht doch?
06.01.2026 35 min
Zusammenfassung & Show Notes
Barrierefreiheit geht mich doch nichts an. Oder vielleicht doch?
Barrierefreiheit – das klingt für viele nach Rampen, Aufzügen und Sonderlösungen für „die Anderen“.
Aber stimmt das wirklich?
In dieser Folge des unBehindert Podcasts stellen Vanessa und Arne genau diese Haltung infrage. Denn Barrieren begegnen uns allen – oft viel früher und viel alltäglicher, als wir denken. Ob mit Kinderwagen, Fahrrad, Gepäck, temporären Verletzungen, Stress, Müdigkeit oder im Alter: Barrierefreiheit betrifft nicht nur Menschen mit Behinderung, sondern jede*n von uns.
Die Folge nimmt dich mit durch ganz normale Alltagssituationen und zeigt, warum Barrierefreiheit kein Nischenthema ist, sondern ein echtes Gesellschaftsthema. Ohne erhobenen Zeigefinger – dafür mit persönlichen Erfahrungen, ehrlichen Gedanken und vielen Aha-Momenten.
Diese Folge ist besonders für alle gedacht, die bisher dachten: „Barrierefreiheit? Brauch ich nicht.“
💡 Darum geht’s in der Folge
Warum Barrierefreiheit kein „Spezialthema“ ist.
Welche unsichtbaren Barrieren uns im Alltag ständig begegnen.
Wie schnell jede*r selbst betroffen sein kann.
Warum Barrieren oft im Kopf anfangen.
Weshalb Barrierefreiheit Freiheit für alle bedeutet.
🎯 Für wen ist diese Folge: Barrierefreiheit geht mich nichts an?
Für Menschen ohne Behinderung, die bisher wenig Berührung mit dem Thema hatten.
Für alle, die Barrierefreiheit neu denken wollen.
Für Neugierige, Skeptische und Alltagsrealist*innen.
Für jede*n, der oder die glaubt, Barrierefreiheit gehe sie oder ihn nichts an.
Barrierefreiheit – das klingt für viele nach Rampen, Aufzügen und Sonderlösungen für „die Anderen“.
Aber stimmt das wirklich?
In dieser Folge des unBehindert Podcasts stellen Vanessa und Arne genau diese Haltung infrage. Denn Barrieren begegnen uns allen – oft viel früher und viel alltäglicher, als wir denken. Ob mit Kinderwagen, Fahrrad, Gepäck, temporären Verletzungen, Stress, Müdigkeit oder im Alter: Barrierefreiheit betrifft nicht nur Menschen mit Behinderung, sondern jede*n von uns.
Die Folge nimmt dich mit durch ganz normale Alltagssituationen und zeigt, warum Barrierefreiheit kein Nischenthema ist, sondern ein echtes Gesellschaftsthema. Ohne erhobenen Zeigefinger – dafür mit persönlichen Erfahrungen, ehrlichen Gedanken und vielen Aha-Momenten.
Diese Folge ist besonders für alle gedacht, die bisher dachten: „Barrierefreiheit? Brauch ich nicht.“
💡 Darum geht’s in der Folge
Warum Barrierefreiheit kein „Spezialthema“ ist.
Welche unsichtbaren Barrieren uns im Alltag ständig begegnen.
Wie schnell jede*r selbst betroffen sein kann.
Warum Barrieren oft im Kopf anfangen.
Weshalb Barrierefreiheit Freiheit für alle bedeutet.
🎯 Für wen ist diese Folge: Barrierefreiheit geht mich nichts an?
Für Menschen ohne Behinderung, die bisher wenig Berührung mit dem Thema hatten.
Für alle, die Barrierefreiheit neu denken wollen.
Für Neugierige, Skeptische und Alltagsrealist*innen.
Für jede*n, der oder die glaubt, Barrierefreiheit gehe sie oder ihn nichts an.
❓ Habt Ihr positive Beispiele für Barrierefreiheit?
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Vielen Dank für eure Zeit und euer Interesse. Bleibt neugierig und teilt eure Leidenschaften mit der Welt, um Barrieren abzubauen.
Bis zum nächsten Mal!
Vanessa Köllner und Arne Schöning
Transkript
Und Barrierefreiheit klingt für viele nach, hat mit mir doch überhaupt nichts zu tun.
Wenn du genau das denkst, ist diese Gefolge für dich absolut perfekt und richtig.
Stell dir vor, du brichst dir morgen ein Bein, schiebst deinen Kinderwagen,
wirst älter oder verstehst einfach den nächsten Behördenbrief nicht,
der bei dir zu Hause ankommt und plötzlich merkst du, die größte Barriere ist,
dass wir glauben, dass es kein Thema für uns ist.
In dieser Folge wollen wir damit ein bisschen aufräumen und zeigen,
warum Barrierefreiheit auch dein Leben direkt betrifft und wenn wir eine barrierefreie
Welt haben, wie dein Leben dadurch leichter wird. Bleib also dran.
Schön, dass du da bist. Wir alle kennen Hindernisse, die uns im Leben behindern.
In diesem Podcast sprechen wir nicht nur darüber. Wir zeigen, wie man sie überwindet.
Egal in welchem Teil deines Alltags. Hier wird es unbehindert. Bereit?
Dann bleib dran und lausche in den nächsten Minuten Vanessa,
Arne und ihren spannenden Gästen.
So Vanessa, wenn du das Wort Barrierefreiheit hörst oder wenn du es früher gehört
hast, was ist dein erstes Bild im Kopf?
Und mal ganz ehrlich, hat sich deine Einstellung da in den letzten Jahren irgendwie
ein bisschen geändert zu dem Thema?
Definitiv, also besonders seitdem ich dich kenne, hat sich da natürlich viel verändert.
Wenn ich zurückdenke, früher war Barrierefreiheit für mich vor allem eben so
Sachen wie im Bus einen Platz für die Rollstühle zu haben oder eine Rampe an der U-Bahn.
Ja, das sind so die ersten Sachen, an die man denkt.
Genau, ja. Also viel mehr war da glaube ich nicht.
Ich hatte natürlich viel Berührungspunkte, als ich noch in dem Bereich Busmobilität
gearbeitet habe bei den Fernbussen.
Da war Barrierefreiheit schon
ein Thema, aber dann hauptsächlich im Sinne von, welche Rabatte gibt es?
Der Rabatt kann auch so hoch sein, wenn ich nicht reinkomme in den Bus,
hilft der Rabatt auch nicht.
Aber es war dort immer wieder ein Thema. Aber ansonsten habe ich mich damit
eigentlich auch nicht befasst.
Wie dir ging es mir früher auch. Ich war gesund, ich war Leistungssporter und
habe mir überhaupt gar keine Gedanken darüber gemacht, um ehrlich zu sein.
Und wenn man heute darüber nachdenkt, dann sind es ja eigentlich nicht nur die
Rampen, sondern sind ja auch öffentliche Gebäude, Wahllokale,
Informationen, die zur Verfügung gestellt werden, leichte Sprache oder auch digitale Hemmnisse.
Wir scheitern ja auch öfter mal an der einen oder anderen Webseite. Also ich glaube,
wenn man sich darüber Gedanken macht länger, dann findet man viel,
viel mehr Punkte, an denen Barrierefreiheit toll und wichtig wäre und was einfach
auch immer viel mehr Menschen ausschließt.
Und ich habe mal geguckt in der Vorbereitung darauf, was schätzt du,
wie viele Menschen weltweit leben mit einer anerkannten Behinderung?
Weltweit? Wie viele Daten haben wir jetzt?
Oder wie viel Prozent schätzt du der Weltbevölkerung?
30?
Nicht ganz so viel, aber es sind 1,3 Milliarden Menschen, von denen man es weiß.
In vielen Ländern ist es wahrscheinlich auch gar nicht so registriert.
Und es sind 16 Prozent der Weltbevölkerung.
Das heißt, wenn wir über Barrierefreiheit im klassischen Sinne reden,
also das, was wir jetzt so gedacht haben, Rampen etc.
Pp., reden wir schon über 16 Prozent. In Deutschland aufgrund unserer guten
medizinischen Versorgung, die wir in den europäischen Ländern haben,
liegen wir ein bisschen da drunter.
Aber immerhin, wir sind jetzt 83 Millionen, irgendwie sowas in der Richtung.
Ja, kommt glaube ich hin.
7,9 Millionen Menschen in Deutschland haben eine anerkannte Schwerbehinderung.
Und das ist schon ordentlich.
Also ich finde, da war ich schon wirklich überrascht, wie viele Menschen es jetzt direkt betrifft.
Und da haben wir jetzt noch gar nicht über die ganzen Kleinigkeiten,
mit der ich dir in der heutigen Folge mit dir noch sprechen möchte, gesprochen.
Das sind ja wirklich nur die, wo man im ersten Moment dran denkt.
Ach so, das gab jetzt eine Abstufung oder wie?
Naja, also du hast ja die Menschen, an die du als erstes denkst.
Wie bei mir Rollstuhl, Rampe, Buseinstieg.
Aber du hast ja dann auch ganz viele Dinge, an die man im ersten Moment nicht denkt.
Also Lesen von Behördenbriefen oder wenn du mit dem Kinderwagen oder mit dem
gebrochenen Bein irgendwo ankommst.
Also am Ende sind es ja noch viel, viel mehr Menschen.
Sie sind nicht anerkannte Behinderung.
Ja, die leben ja nicht mit einer Schwerbehinderung, aber für die ist ja eine
Barrierefreiheit mindestens genauso wichtig.
Definitiv, ja.
Diese acht Millionen sind die Menschen, an die wir als erstes denken oder auch
die, an die du gedacht hast, bevor du mich kennengelernt hast und wir uns mit
dem Thema mehr beschäftigt haben.
Aber es kommen ja, und das wirst du im Laufe der Folge sehen,
noch viel, viel Menschen mehr
dazu, die davon profitieren, so von diesen unsichtbaren Hürden im Alltag.
Gibt es denn da in letzter Zeit oder fällt dir was ein in letzter Zeit,
wo du gesagt hast, boah, das ist schon für mich irgendwie eine Barriere,
die jemand anders jetzt vielleicht gar nicht so als Barriere erkennen würde?
Also klar, ich gucke natürlich grundsätzlich irgendwie anders drauf.
Ich war letztens an der Ostsee, auch mal ohne dich.
Ja, traurig, aber wahr. Ja, ich habe ihn allein gelassen. Da ist mir schon aufgefallen,
wie viele Barrieren es dort gibt.
Also das ging mir los bei der Ferienwohnung, in die du im Leben nicht reinkommen würdest.
Du würdest wahrscheinlich nicht mal bis zum Parkplatz kommen.
Dann sind wir irgendwann von Bansin bis Heringsdorf am Strand spazieren gegangen,
was wir beide zusammen nie machen können.
Höchstens oben auf der Promenade, ansonsten wird es eine ganz schön sandige
Angelegenheit. Aber das sind ja auch wieder so die typischen baulichen Sachen.
Aber denk mal zum Beispiel daran, wenn dein Vater Post von der Krankenkasse bekommt.
Okay, ja.
Wie oft sitzen wir beide da, lesen diesen Brief und müssen ihn dreimal lesen
und haben dann oft noch nicht verstanden. Und dann rufst du da irgendwie nochmal
per Telefon an, um dir das erklären zu lassen.
Ja, also das und auch so wie reichbar manche Hilfeleistungen sind.
Also Ersatzteile für irgendwelche medizinischen Geräte.
Du hast ja keine Möglichkeit herauszufinden, wie das abläuft,
wo du das herbekommst, wer die Kosten übernimmt oder auch nicht,
außer du setzt dich direkt mit der Krankenkasse in Verbindung oder eben mit dem Anbieter.
Wir hatten das ja letztens mit so einem Sauerstoffgerät. Also das fand ich schon
echt langwierig und anstrengend, weil es dann eben auch immer Unterschiede gibt
zwischen, wofür ist die Krankenkasse zuständig, wofür nicht.
Das sind ja dann eher so organisatorische Sachen oder auch Behördenbriefe teilweise, wo man denkt so, wow.
Oder was Ihnen ja auch in letzter Zeit manchmal wieder auffällt,
was eine Zeit lang, vielleicht habe ich auch einfach nicht darauf geachtet.
Ich meine immerhin fast 10 Prozent der deutschen Männer haben eine Rot-Grün-Spreche.
Das heißt, sie können zwischen Rot und Grün nicht unterscheiden.
Aber manchmal, wenn du Werbung siehst für Männerparfüm oder für irgendwelche
Sachen, dann ist ein grünes Plakat mit roter Schrift.
Wo ich mir denke, okay, welche Werbeagentur hat sich das ausgedacht?
Also auch eine Sache, an die man jetzt erstmal so nicht denkt.
Und ich meine immerhin 10 Prozent, wir sind über 80 Millionen,
lass die Hälfte davon Männer sein, die Dinge, die rot auf grün geschrieben sind,
einfach nicht erkennen können.
Ja, überhaupt. Das Thema auch kognitiv, wie erreichbar sind Dinge.
Das Thema dann einfache Sprache, das erscheint ja im Alltag so gut wie gar nicht.
Es sind solche Ausnahmen, wenn du zum Beispiel eine Webseite mal in einfacher Sprache hast.
Ich finde auch immer wieder krass, dass es heute immer noch nicht Standard ist,
weil technisch ja alles möglich ist.
Das sind so Webseiten, so ganz kleine Schriftgrößen, Bedienbarkeit,
wo muss ich jetzt draufklicken, also die Menüführung.
Also auch das, und das ist ja eine Sache, die irgendwie jeden von uns betrifft.
Zumal die deutsche Bevölkerung ja auch immer älter wird.
Ja genau, lass uns mal drauf gucken. Also das Thema wen betrifft denn Barrierefreiheit alles?
Ich hatte ja schon gesagt, dass es ungefähr 7,9 Millionen Menschen sind mit
einer anerkannten Behinderung, an die man jetzt als erstes denken würde.
Was schätzt du denn in Deutschland, wie viele Menschen sind so mit Kinderwagen
zum Beispiel unterwegs?
Oha, das ist schwer einzuschätzen.
Von 80 Millionen, eine Million, keine Ahnung.
Ich habe auch keine richtig guten Statistiken gefunden. Es gibt so Statistiken,
Familien mit Kindern unter einem bestimmten Alter, wo man davon ausgehen kann,
dass die noch mit dem Kinderwagen unterwegs sind. Und auch das sind nochmal drei Millionen.
Okay. Also auch keine unerhebliche Anzahl an Menschen.
Und wenn man jetzt noch die ganzen Senioren, wir haben ja gerade schon über
deinen Vater gesprochen, dazu nimmt, das sind auch nochmal elf Millionen Menschen in Deutschland.
Und wir wissen ja aufgrund des demografischen Wandels, das werden tendenziell eher mehr.
Und wenn wir das zusammenrechnen.
Kommen wir so langsam schon auf eine noch höhere Summe an Menschen.
Und hier sind jetzt noch nicht Sachen, Menschen, wo du vorhin meintest,
so mit kognitiven Einschränkungen und sowas alles mit dabei.
Also bei dir haben wir jetzt ja noch gar nicht gesprochen.
Für die ist ja auch viel, viel leichter wäre, sich im öffentlichen Nahverkehr
zurechtzufinden oder auch in einem Geschäft zurechtzufinden.
Und viele Selbstständige wären und unsere Gesellschaft finanziell viel weniger
belasten würden, weil sie weniger Hilfsangebote, weniger Pflegekräfte bräuchten,
wenn sie sich in unserer Welt besser zurechtfinden würden und alleine zurechtkommen würden.
Also ich glaube ja am Ende, man denkt ja auch immer, Barrierefreiheit ist so teuer,
aber wenn man Barrierefreiheit von Anfang an denkt und wenn man überlegt,
wie viel Geld man sparen könnte, wenn unsere Welt barrierefrei wäre,
weil die Menschen viel weniger Hilfeleistung bräuchten,
dann ist es wahrscheinlich am Ende unterm Strich, wenn man es gesamtvolkswirtschaftlich
sieht, gar nicht mehr so teuer.
Mit Sicherheit. Allerdings muss man dagegenhalten, dass natürlich die,
individuellen Barrieren so unterschiedlich sind, dass es schwer wird, darauf einzugehen.
Also wie immer, der perfekte oder der Mittelweg wäre wahrscheinlich am besten.
Nicht dieses, okay, es gibt gar keine Barrieren oder es gibt viele Barrieren,
sondern eben eine gute Mischung, wo jeder das raussuchen kann, was er braucht.
Ja, aber eine Rampe vor einem Laden, die hilft ja nicht nur den Rollstuhlnutzenden,
sondern auch dem Kinderwagen, auch dem Senior.
Und wenn ich das sehe, bei uns zu Hause, also wir haben ja eine Stufe vor der
Tür und eine Rampe und tendenziell läufst du auch eher die Rampe runter,
wenn du mit einer schweren Tasche kommst oder so.
Ist jetzt die Frage, warum ich die schweren Taschen tragen muss?
Das ist dann Thema einer anderen Podcast-Folge, davon möchte ich jetzt mal ganz
schnell wieder ablenken.
Ja, aber es ist natürlich richtig, ja man nimmt natürlich oft dann diese Wege.
Ja, oder mein Pain ist ja auch jedes Mal, wenn ich immer sehe,
wer alles in den Fahrstuhl nutzt.
Da sind immer diese schönen Zeichen drauf. Kinderwagen, Rollstuhlfahrer und
Fahrräder haben Vorrang.
Und warum stehe ich zehn Minuten an einem Bahnhof an einem Fahrstuhl?
Weil lauter 16, 17-jährige, fitte Teenager mit dem Fahrstuhl nach oben und unten
fahren und nicht in der Lage sind, eine Rolltreppe oder eine Treppe zu benutzen.
Also man ist ja, der Mensch ist ja grundsätzlich erstmal faul und nutzt erstmal
das, was irgendwie für ihn am einfachsten ist. Mir geht jetzt gerade
Durch den Kopf, dass es eben insofern, also man muss ja erstmal den Switch quasi schaffen.
Von einer Welt mit Barrieren hin zu einer barrierefreien Welt.
Und ich glaube, das muss halt mehrdimensional gedacht werden.
Eben nicht nur dieses physische, es gibt Stufen anstatt einer Rampe oder es
gibt Tresen, die sonst wie hoch sind,
wo keiner drüber gucken kann, halt lauter solche Dinge, dass das mitgedacht
wird, aber eben auch auditive Barrieren oder visuelle Barrieren.
Ich habe so manchmal das Gefühl, dass wir uns so verstricken da drin.
Wir wollen dann alles perfekt machen und 100 Prozent machen.
Und weil das dann wieder viel kostet, macht man es gar nicht.
Oder es wird irgendwie lange drüber diskutiert. Oder es ist halt so punktuell.
Oder man macht es ganz pragmatisch. Immer wenn man was neu macht,
denkt man es von vornherein mit und dann kostet es halt auch gar nicht mehr.
Und nach und nach und nach wird unsere Welt dann ja barrierefreier.
Also wenn ich eine neue Webseite einer Behörde baue, kann ich das ja gleich mitdenken.
Wenn ich ein neues Geschäft baue, kann ich es gleich von vornherein mitdenken
und dann ist es auch nicht teurer.
Und dann habe ich ja auch als Geschäft zum Beispiel einfach wieder einen viel,
viel größeren Kundenkreis.
Also wir hatten schon die Menschen mit Behinderung, wir hatten die Menschen
mit Kinderwagen, wir hatten die älteren Menschen.
Dazu kommen jetzt noch im Jahr ungefähr 300.000 Menschen, die Menschen,
die sich ein Bein brechen und an Krücken laufen oder an AG-Hilfe laufen. Also
Rein aus wirtschaftlichem Eigeninteresse, wenn ich was verkaufen will,
wenn ich eine Arztpraxis habe, wenn ich ein Geschäft habe, müsste ich doch totales
Interesse daran haben, diese Menschen auch als Zielgruppe zu haben.
Also wenn man es rein wirtschaftlich nimmt, dann sehe ich, ich durfte ja auch
nicht nur die Mehrkosten sehen für irgendeinen Umbau oder für ein größeres Schild
oder ein kontrastreicheres Preisschild, sondern müsste ja auch sehen,
ah, wenn ich das alles habe,
dann kommen auch Kunden zu mir, die sonst vielleicht nicht bei mir einkaufen würden.
Die Frage wäre, ist das jetzt nicht ein Huhn-Ei-Problem?
Nee, sehe ich überhaupt nicht so.
Naja, nein. Mein Punkt ist der, viele Behinderungen finden im Alltag nicht statt,
weil die Menschen natürlich zu hohe Barrieren haben, um eben zum Beispiel in
ein Geschäft XY reinzugehen.
Wenn dieses Geschäft jetzt aber umbaut, denkt es natürlich die Barrierefreiheit
nicht mit, unterstelle ich jetzt einfach mal, weil sie sagen,
ja okay, da ist ja niemand.
Genau, aber das ist es ja. Das soll ja auch Ziel dieser Folge sein,
mal aufzuzeigen, wie viele Menschen durch Nicht-Barrierefreiheit ausgeschlossen
werden und wie interessant es wäre,
diese ganze Personenanzahl mitzudenken und sich dadurch vielleicht einen komplett
neuen Kundenkreis mit meiner Webseite, mit meinem Laden, mit meinem Restaurant
zu erreichen, wenn ich es mitdenken würde.
Und es wäre ja gar nicht so viel teurer, wenn ich Briefe schreibe,
die alle verstehen, wenn ich Aushänge habe, die alle lesen können,
wenn ich Zugänge habe, die alle benutzen können.
Und halt, wie gesagt, nicht nur die Menschen mit Behinderung,
sondern auch die Älteren, die mit Kinder wagen, die mit einer temporären Erkrankung.
Und da sehe ich halt keinen, was du sagst immer?
Huhn- und Henner-Problem? Nee. Huhn- und Ei-Problem. Huhn-Ei-Problem,
weil am Ende die Menschen finden ja in unserer Gesellschaft nicht statt oder
gehen dort nicht einkaufen, weil es halt nicht barrierefrei ist.
Und nicht, sie könnten ja einkaufen gehen, wenn sie wollen würden.
Also ich finde einfach grundsätzlich kann man sagen, also wer eine Rampe,
wer zum Beispiel eine Rampe baut, der baut es ja nicht nur für Rollstuhlfahrer,
sondern auch für Kinderwagen oder für Menschen, die einen Koffer bei sich tragen
oder Menschen, die halt gerade einen Unfall hatten.
Also von daher ist es für mich jetzt wirklich ein Thema, wenn ich was neu baue,
wenn ich was neu schaffe,
dann sollte das einfach Standard sein, dass solche Dinge mitgedacht werden,
sowohl physisch als auch, was du vorhin gesagt hast, wenn es um Sehen und Hören geht.
Und eins meiner Lieblingsbeispiele, weil wir ja vorhin bei den Kosten waren,
für die Allgemeinheit ist ja auch der Nahverkehr.
Also wenn du also an Busse, Bahnen und sowas alles denkst, was ist da für dich,
wenn du dran denkst, so die größte Hürde?
Also gerade Nahverkehr ist natürlich so ein unerschöpfliches Thema.
Es geht ja schon los beim Verständnis der Pläne.
Also wenn selbst als mittelalte Frau ich dastehe und denke so,
wann kommt jetzt der Bus?
Und Gott sei Dank gibt es ja mittlerweile dann die Apps, wo ich es einfach viel
übersichtlicher sehe und klarer. Aber die Pläne, die an den Bushaltestellen
hängen, sorry, bin ich raus.
Und dann geht das natürlich weiter zu in den Bus einsteigen,
sich festhalten, Sitzplätze.
Also das meine ich, das ist natürlich unerschöpflich.
Wie oft haben wir schon über die Bahnen gesprochen?
Was ich echt genial finde, in den Bussen, in den Bahnen und teilweise in großen
Städten auch mittlerweile an den Bushaltestellen, hast du Leuchtanzeigen,
du hast in den Bahnen Sprachansagen, wenn sie dann die richtige Station ansagen.
Du kriegst angesagt, ob rechts oder links der Ausstieg ist. Also ich finde...
Das ist schon ziemlich cool, was sich da in den letzten Jahren getan hat.
Aber wir haben ja auch immer wieder den Wahnsinn. Ich meine,
wir haben gerade über Geld gesprochen und das muss man sich vielleicht nochmal bewusst machen.
Wenn ich mit der Deutschen Bahn fahren möchte, kaufe ich ein Ticket und jeder
andere Mensch würde dann einfach einsteigen.
Für mich kommt extra ein Bahnmitarbeiter ungefähr eine gute halbe Stunde hierher
gefahren, um mir dann in den nicht barrierefreien Zug beim Einstieg zu helfen,
um dann wieder eine halbe Stunde zurückzufahren.
Wenn man das mal für alle Menschen, die mit einer Mobilitätseinschränkung in
Deutschland Bahn fahren kann.
Zusammenrechnet, was das alles kostet, gegenüber man würde einfach mal anfangen,
nach und nach Standards beim Bahnfahren einzurichten und die Züge wären barrierefrei.
Das ist ja absoluter Wahnsinn.
Oder was hatten wir letzte Woche? Auch so ein Best-Practice-Beispiel.
Ich wollte ICE fahren, aber von den weiß ich nicht wie viele hunderttausend
Menschen, die bei der Bahn arbeiten, war eine Person krank. Und das war die
entscheidende Person, die hätte den Hublüft bedienen können,
um mich aus dem Zug zu holen.
Und wups, war die komplette Bahnfahrt nicht möglich, weil diese eine Person
krank gewesen ist, die diesen Lift hätte bedienen können, um mich aus der Bahn zu holen.
Und das finde ich wirklich in 2025 irgendwie noch verrückt, weil wir reden schon
so lange über Barrierefreiheit und es werden ja immer wieder neue Züge gekauft
und immer wieder neue Bahnsteige gebaut und saniert,
aber in der Richtung tut sich gefühlt gar nichts.
Wobei ich gerade drüber nachdenke, dass wir jetzt natürlich auch viel,
gerade wenn es um öffentliche Verkehrsmittel geht, ich habe letztens,
glaube ich, gehört, dass unsere Regionalbahnen, also die Modelle sind,
glaube ich, fast 30 Jahre alt.
Ja.
Das meine ich also, ich glaube, wenn neue Sachen angeschafft werden,
da wird jetzt schon viel geguckt, da wird Barrierefreiheit bedacht.
Ich denke jetzt zum Beispiel dieses Jahr gab es diese Pressemitteilung,
dass FlixTrain neue Züge bestellt hat, die einen ebenerdigen Einstieg haben.
Vor 20 Jahren hätte das gar keinen Platz gehabt in der Pressemitteilung.
Mittlerweile wird das schon mitgedacht, wenn es eben um diese Neuanschaffung geht.
Das große Problem oder die große Herausforderung sind halt immer Bestände.
Also Bestände bei den Zügen, Bestandsimmobilien, bei Neubauten.
Die haben so viele Auflagen, was Barrierefreiheit angeht. Ich glaube schon,
dass da viel mitgedacht wird und hergestellt wird.
Aber das holt ja nicht auf, was in den letzten… Klar.
Dass die nicht von heute auf morgen alle Züge wegschmeißen können,
bin ich ja komplett bei dir. Aber jetzt komme ich um die Ecke.
Es gibt das Personenbeförderungsgesetz in Deutschland.
Und ob man es glaubt oder nicht, da steht drin, dass der ÖPNV in Deutschland bis zum 1.
Januar 2022 grundsätzlich barrierefrei sein soll.
Ja, das ist ja dann pünktlich.
Also man hätte es wissen können, dass das irgendwann kommt und deswegen finde
ich immer so, also wir sind halt immer irgendwie so lange hinten dran und wir
diskutieren so viel und ich finde es ja immer toll,
wenn man sich um jede einzelne Gruppe kümmert,
aber wie wir ja am Anfang der Folge gesehen haben, diese Gruppe ist halt echt
groß und trotzdem hat sie irgendwie noch nicht so die richtig durchsetzungsfähige Lobby,
vielleicht weil man irgendwie kein Geld mitverdienen kann, keine Ahnung.
Und weil es natürlich die Gruppe an sich, wir haben sie jetzt alle zusammengefasst.
Wir haben gesagt, okay, die körperlich Behinderten, die Älteren,
die Eltern, pipapu. Das sind natürlich komplett zersplitterte Gruppen.
Also ich glaube, das ist ja auch die Frage, es gibt keine Lobby für Barrierefreiheit.
Ja, ja.
Und dann sind sie wieder irgendwie so drüber weg.
Ja, die Interessengruppen sind sehr zersplittert und man hat es halt oft auch
sehr temporär, wenn man sich ein Bein gebrochen hat.
In dem Moment ist man natürlich am Kotzen, wenn der Fahrstuhl nicht funktioniert,
aber fünf Wochen später nimmt man halt einfach wieder die Treppe.
Ja, das kann ich schon verstehen.
Mein innerer Wunsch ist, dass sich diese ganzen Gruppen und diese vielen Menschen,
die ja doch irgendwie betroffen sind,
dafür einsetzen, beziehungsweise auch vielleicht vorausschauend,
Weil jeder von uns wird älter und dann ist jeder froh, wenn wir alt sind,
wenn unsere Welt sich dann noch ein Stück weiter gedreht hat und barrierefreier geworden ist.
Aber lass uns doch mal so, von diesen Bahnen haben wir ja schon wirklich häufig
gehabt, das Thema und wird wahrscheinlich uns auch noch eine ganze Weile immer wieder begleiten.
Davon gehe ich aus.
Das Thema. Aber wir hatten vorhin schon mal ganz leicht angesprochen das Thema leichte Sprache.
Und leichte Sprache wird ja ganz oft immer damit verbunden irgendwie mit dumm
oder mit blöd oder wer das braucht,
ist irgendwie doof oder es hat irgendwie was auch mit Kindersprache zu tun,
wenn man davon sagt, Mensch, mach doch mal die Webseite in leichter Sprache.
Aber ich finde ja auch, dass es ja auch für andere Menschen total einfach wäre.
Also wir neigen ja dazu, auch mit den ganzen englischen Wörtern in unserer Sprache
mittlerweile unsere Sprache sehr kompliziert zu machen.
Und oft geht es mir so, wenn ich zum Beispiel am Bahnhof oder wenn ich irgendwo
anders bin, nicht viel Zeit habe, wäre für mich ja einen Text zu erfassen auch
viel, viel leichter, wenn ein Text in leichter Sprache wäre.
Ja, tatsächlich glaube ich, wird sich da noch viel ändern in nächster Zeit.
Ich mache das tatsächlich teilweise auch durch den Einzug der KI,
dass man einfach sich Sachen leichter erklären lässt.
Ich habe dann auch schon einfach so, auf die Schnelle, erklär es mir wie einem
Kind. Um was geht es hier?
Aber genial, wir haben ja jetzt die technischen Möglichkeiten,
das zu machen, auch wenn man im Ausland ist.
Also ich meine, es wäre für mich, wenn ich irgendwelche Beschilderungen lese,
das auf Englisch ist oder eine Sprache, die ich jetzt vielleicht nicht ganz
so gut kann, ist es für mich natürlich auch viel leichter, das zu übersetzen,
wenn es jetzt nicht so mega kompliziert ist und so viele Fremdwörter oder fachspezifische
Wörter dann in den Texten sind.
Aber ja, du hast natürlich recht. Heutzutage nehme ich mein Handy,
halte es da drauf, mache den Übersetzer an und der zeigt es mir meiner Sprache an.
Das ist natürlich eine riesen Erleichterung.
Also die Frage wäre überhaupt, gibt es eigentlich Übersetzer für leichte Sprache?
Ja, wäre mal interessant. Aber bestimmt, oder?
Das müsste man auch mal recherchieren.
Wer da einen Tipp hat, schreibt uns das mal in die Kommentare,
weil das fände ich auch super interessant und würde ich gerne mal ausprobieren.
Oh ja, das würde mich auch interessieren, dass man halt wie bei Fremdsprachen
einfach auch mal sagen kann, okay, Nachrichten, bitte übersetze sie mir in leichte Sprache.
Weil da habe ich zum Beispiel auch oft Probleme, wo ich dann denke,
was für Begriffe und wenn einem das manchmal einfacher erklärt werden würde,
dann wirkt es vielleicht auch nicht so schwerwiegend.
Ja, ich überlege auch gerade hier so, wie oft haben wir uns von einer Freundin,
die Ärztin ist, deine Arztbriefe nach deinen ganzen Operationen und deiner Krebsdiagnose
in eine Sprache übersetzen lassen, sage ich mal,
oder haben uns das erklären lassen, damit wir es verstehen und wäre natürlich
super easy, wenn man da einfach mit der App rüber und dann hätte man das vielleicht
auch besser verstanden.
Also da gibt es bestimmt vieles und da ist natürlich die Technologie gigantisch,
was da irgendwie vorwärts geht.
Ein Freund von uns hat uns jetzt gerade erzählt, wo war der?
Ich glaube in China und der hat sich mal so eine Brille gekauft und der meinte, das war total krass.
Also direkte Übersetzung und alles direkt eingeblendet und so.
Also bin gespannt, was da in den nächsten Jahren kommt. Also einerseits ist
die Vorstellung irgendwie grauenvoll, finde ich.
So ganz schlimm, weil wir immer mehr technologieabhängig sind.
Aber andererseits auch genial.
Du kannst in jedes Land der Welt reisen und kannst dich mit den Menschen unterhalten.
Also das ist ja à la Raumschiff Enterprise.
Also das wäre, glaube ich, echt auch ein Game Changer für viele.
Er öffnet auch wieder neue Möglichkeiten.
Andererseits heißt es natürlich auch, dass diese Technologien auch wieder für
alle zugänglich sein müssen.
Und jetzt kommen wir mal wieder zu meinem Vater als Beispiel.
Wenn ich denen irgendwie Google Glasses aufsetzen soll, dann muss die halt jemand
einstellen oder erklären, einrichten und so weiter.
Ja, es muss einfach sein. Es darf nicht viele Knöpfe haben und so.
Es muss von der Bedienung wirklich einfach sein.
Genau, genau. Also aktuell ist es ja eher so, dass noch eine Strömung da ist,
wo alles viel komplizierter wird.
Wir haben letztens versucht, einer 88-Jährigen den Fernseher einzustellen.
Das ist die Hölle.
Das geht nicht.
Ja, früher ist man einfach hingegangen, hat einen An-Aus-Knopf und dann hat
man fünf Knöpfe für die fünf Sender gehabt.
Das war schon deutlich einfacher.
Ich kann mir auch vorstellen, und du hast dich ja auch auf der Rea-Care,
wo wir dieses Jahr waren, da so ein bisschen angefangen schlau zu machen und
in deinem beruflichen Alltag beschäftigt.
Du siehst ja auch ganz viel mit Barrierefreiheit oder Barrieren abbauen im Job.
Gibt es da ein Thema, wo du dich gerade aktuell so ein bisschen mit beschäftigst
oder was du besonders interessant und spannend findest?
Also das ist jetzt ein sehr generalistisches Thema.
Im Prinzip ist es ja so, wir haben gerade jetzt, wenn es um Büroberufe geht,
haben wir ja immer im Kopf, man sitzt am Schreibtisch und arbeitet vorm Monitor mit einem Computer.
Diese Berufe gibt es natürlich noch ganz viele. Da geht es dann aber auch schon
los. Vielleicht ein Linkshänder braucht vielleicht eine andere Maus als ein Rechtshänder.
Oder auch, was ist, wenn jemand in den Händen eingeschränkt ist?
Was gibt es da für Lösungen? Also ich hatte dann bei der Messe zum Beispiel,
so gekrümmte, fast runde Tastaturen gesehen, wo man den Arm nicht so weit bewegen
muss. Also das ist so dieses eine.
Und ich bin mittlerweile davon überzeugt, dieses Arbeiten am Computer ist nicht
der Weisheit letzter Schluss.
Also auch die Barriere im Prinzip, jeder arbeitet anders. Jeder hat einen anderen Stil.
Und ich übertreibe jetzt mal, wenn für jemanden Arbeit besser funktioniert, wenn er dabei liegt.
Ja, mein Gott, dann lass ihn liegen,
Wenn er damit am leistungsfähigsten ist, am gesündesten bleibt,
weil du ihn nicht zwingst, in einem Stuhl zu sitzen.
Also dieses Beispiel hatte ich jetzt noch nicht, aber einfach als Übertriebene.
Dann lasst uns das doch machen. Ich meine, alle reden vom Fachkräftemangel und
angeblich will keiner mehr arbeiten,
aber gleichzeitig versuchen wir natürlich nach wie vor von Kindesbein an Menschen
in dieselbe Schablone zu pressen.
Wir beide haben ja auch mehr Erfahrung aus Büroberufen, weil wir sie einfach haben.
Ich hatte noch letztens ein Beispiel, das war ein Online-Call und es war ganz
spannend, es war eine Person dabei, die nicht Deutsch gesprochen hat,
aber diese Videosoftware konnte direkt quasi simultan unten mit Bildunterschriften übersetzen.
Das heißt also jeder konnte in seiner Sprache sprechen und die Software hat das dann übersetzt.
Aber auf der Messe haben wir uns ja noch was anderes angeguckt,
was jetzt nicht so in unserem Alltag ist, aber auch diese Hilfsmittel,
wenn es um schwere Sachen tragen geht.
Also in der Logistikbranche oder irgendwie sowas. So Exoskelette oder das waren ja sogar ohne Motoren.
Es war glaube ich einfach nur über Federn und über Bänder geregelt,
was wir uns da angeschaut hatten.
Ja, da war leider niemand da an dem Stand.
Aber es hätte mich auch interessiert, gerade wenn es Berufe sind,
in denen du wiederkehrende Bewegungen hast und vielleicht auch schwerere Sachen heben musst.
Also auch da, ein ganz spannender Bank, wo man vielleicht nicht als erstes dran
denkt, aber wo halt eigentlich der fitte Mensch ist.
Oder vermeintlich fitte Mensch, der gar keine Unterstützung braucht,
aber auch einfach länger fit bleiben kann und länger in seinem Job bleiben kann,
weil ihm eine Barriere abgenommen wird, in dem Fall das schwere Tragen.
Also von daher, ich glaube, man kann da wirklich in viele Richtungen denken
und es gibt ja auch diverse Studien, dass inklusive Teams, also wo Menschen
verschiedener Nationen, Sprachen,
ethnische Herkunft oder auch Menschen mit Behinderung zusammenarbeiten,
dass wenn es erstmal alles läuft und funktioniert und diese Berührungsängste
abgebaut sind, dass diese Teams dann oft zufriedener und dann auch dadurch produktiver sind.
Also auch das eigentlich wieder für Arbeitgeber ein total spannender Moment,
was du ja schon gesagt hast, Fachkräftemangel zu sagen, wie kann ich denn Menschen,
die ich jetzt vielleicht erstmal aus meinem Recruiting-Fokus gar nicht drin
habe, aber wie kann ich meinen Fokus erweitern,
um mehr Menschen bei mir in den Job zu kriegen, wenn es so schwer ist.
Und da wird ganz viel Geld teilweise ausgegeben für irgendwelche teuren Recruiting-Kampagnen,
aber vielleicht gar nicht mal geguckt, was gibt es denn noch für eine Zielgruppe,
die ich jetzt vielleicht im ersten Moment gar nicht auf dem Schirm habe.
Wir hatten ja in einer Folge auch mal das Thema mit den Werkstätten,
Menschen, die in Werkstätten arbeiten.
An sich auch eine große Gruppe Menschen, die da sind, aber eben als solches
Arbeitspotenzial überhaupt nicht entdeckt sind.
Und wir merken ja jetzt auch Barrierefreiheit, also wenn wir sagen Barrierefreiheit
für alle, dann ist ja eher dieses Thema Barrierefreiheit überall.
Also nicht nur im öffentlichen Raum im Sinne von, ich brauche da eine Rampe
oder einen absenkbaren Bus, sondern eben auch in dem großen Bereich Arbeit.
Also das nimmt so einen großen Teil unserer Zeit ein pro Tag und im Leben.
Wo können da auch Barrieren abgebaut werden? Ich glaube, das wäre auch ein lohnenswerter
Podcast mal, darüber zu sprechen.
Ich habe jetzt einfach mal mir Spaß gemacht und alle Zahlen,
die ich recherchiert habe, so ein bisschen zusammengerechnet.
Also Menschen mit anerkannter Behinderung, ältere Menschen, über alle Zielgruppen,
über die wir jetzt gesprochen haben.
Und es ist wirklich Wahnsinn. Es ist ein Drittel der deutschen Bevölkerung,
die direkt von mehr Barrierefreiheit profitieren würden, wenn unsere Welt dann barrierefrei wäre.
Und das finde ich schon wirklich Wahnsinn, was das für eine riesen Zielgruppe ist.
Und der eine oder andere, der jetzt zugehört hat bei der Folge,
der fragt sich ja vielleicht, okay, was kann ich denn machen?
Also das Thema betrifft mich ja doch mehr oder ist näher an mir dran,
als ich eigentlich gedacht habe.
Aber was kann ich tun? Fällt dir irgendwas ein, was man einfach mal so in seinen
Alltag integrieren könnte, ohne jetzt viel Geld zu investieren?
Ich glaube, es geht auf jeden Fall erstmal los mit dem Bewusstsein,
wenn man sich die Sachen bewusst macht, dass man dann auch anders guckt und
andere Dinge anspricht und je nachdem, was die Person halt für Möglichkeiten
hat, da kann sich ganz viel ergeben.
Ja, dieses Mitdenken. Also sich einfach, wenn man was plant,
die selber einmal kurz die Frage stellen, hey, können hier alle mitmachen?
Oder muss jemand absagen aus welchen Gründen auch immer? Oder kann das Plakat,
die Einladung, die ich verschickt habe, gar nicht lesen, weil er eine Rot-Grün-Schwäche hat?
Und dann wundere ich mich, warum mein bester Kumpel nicht zu meiner Geburtstagsparty
kommt, weil er die Karte gar nicht lesen konnte. Also dieses Bewusstsein und
Mitdenken finde ich auch ganz wichtig, aber man kann natürlich auch Feedback
geben, wenn einem was auffällt.
Also ich glaube, jeder Ladenbesitzer, jeder Arzt oder sowas ist dankbar,
wenn man wertschätzend Feedback gibt und sagt, Mensch hier,
Deine Öffnungszeiten sind so klein geschrieben, ich konnte die gar nicht lesen
und man jetzt nicht nur, wie es so im Social Media oft getan wird,
so gegen Bashing macht, sondern freundlich und nett darauf hinweist.
Ist es glaube ich auch ein Beitrag, den jeder Mensch leisten kann,
unabhängig davon, ob er jetzt direkt oder indirekt betroffen ist.
Und was wir ja auch schon einmal in einer Folge vorgestellt hatten,
ist die, was ich genial finde, ist die RealMap.
Und wenn man in einem Café, Restaurant, in einer Arztpraxis ist,
kann man die sich runterladen.
Wir verlinken die auch in die Shownotes, also guck's da auf jeden Fall mal rein.
Das ist realmap.org und da kann man dann jeden Ort, an dem man war,
nach seiner Barrierefreiheit in einem Ampelsystem bewerten und hilft da natürlich
dann anderen Menschen und auch den Betreibern dieser Einrichtungen,
sich gegebenenfalls zu verbessern.
Also auch da kann jeder in seinem Alltag was dazu beitragen,
ohne jetzt viel Geld zu investieren oder sich in irgendwelchen Vereinen zu engagieren
und unsere Welt einfach kleine Stückchen barrierefrei machen.
Und ich glaube, das ist ein ganz schöner Schlusssatz.
Also sich bewusst zu machen, wenn wir über Barrierefreiheit reden,
reden wir über ein Drittel der Deutschen, die davon profitieren und jeder kann was dazu beitragen.
Wo wir uns begegnen, können wir Barrieren abbauen und wo wir miteinander reden,
können wir gemeinsam Lösungen finden.
Und wer noch Themen oder Ideen hat, die wir jetzt hier in der Folge nicht besprochen
haben, dann schickt uns eine Sprachnachricht, markiert uns bei Instagram,
Schreibt in die Kommentare.
Wir sind total gespannt, was ihr noch so in eurem Alltag erlebt und wie ihr
Barrierefreiheit empfindet und was euer Weg ist, Barrieren im Alltag abzubauen.
Mich würden zum Beispiel auch mal positive Beispiele interessieren.
Vielleicht hat auch der ein oder andere was, wo er sagt, hey,
das und das wurde geändert und guck mal, wie gut das funktioniert.
Da wäre ich auch mal richtig gespannt drauf, weil es geht ja nun nicht immer
bloß darum, wo hakt es, sondern auch, wo hat es schon funktioniert.
Genau, perfekt. Und damit bleibt uns auch dieses Mal wieder nur zu sagen, auf Wiederhören.
Das war es für heute von Unbehindert.
Vanessa und Arne sagen Danke, dass ihr ihnen euer Ohr und Zeit geschenkt habt.
Eure Meinungen und Gedanken sind den beiden wichtig.
Lasst sie also.
In den Kommentaren wissen, was euch für Themen bewegen.
Und wenn euch gefallen hat, was ihr gehört habt, hinterlasst gerne eine Bewertung
oder folgt dem Podcast auf den Social-Media-Kanälen.
Ihr findet Unbehindert auf Instagram, Facebook und natürlich über die Webseite
www.unbehindert-podcast.
Alle Links und weitere Infos gibt's in den Shownotes. Damit ihr keine Folge
verpasst, vergesst nicht, den Podcast zu abonnieren.
Bleibt neugierig, teilt eure Leidenschaften mit der Welt und macht sie zu einem
Ort mit weniger Barrieren.
Bis zum nächsten Mal. Bei Unbehindert.
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