unBehindert

Der Podcast, der Barrieren bricht.

#034 Autotuning, das Leben verändert – was heute mit Autos möglich ist

04.02.2026 23 min

Zusammenfassung & Show Notes

Autotuning ist mehr als PS und Optik.
Wir sprechen über Auto-Umbauten, die Mobilität neu denken – und zeigen, was heute technisch möglich ist.
Vanessa und Arne waren an einem Ort, den man niemals erwarten würde: ein Dorf auf der schwäbischen Alb mit rund 150 Einwohnenden – und mitten darin Hightech-Lösungen für Mobilität, Selbstständigkeit und Teilhabe.

🚗 In dieser Folge geht es um:
  • Autotuning jenseits von Klischees
  • modernen Auto-Umbau und technische Innovation
  • Mobilität für Menschen mit Behinderungen
  • barrierefreie Fahrzeuge & individuelle Anpassungen
  • Elektromobilität und Zukunft des Autos
Diese Folge richtet sich an alle, die sich für Autos, Technik und Mobilität interessieren –  und an alle, die verstehen wollen, wie sehr ein Auto das Leben verändern kann.

👉 Teile die Folge mit Auto- oder Technikfans
👉 Oder Menschen für die Mobilität wichtig aber nicht selbstverständlich ist.

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Vielen Dank für eure Zeit und euer Interesse. Bleibt neugierig und teilt eure Leidenschaften mit der Welt, um Barrieren abzubauen. 

Bis zum nächsten Mal! 
Vanessa Köllner und Arne Schöning

Transkript

Heute geht es um Deutschlands beliebtestes Kind, das Auto. Aber nicht nur OPS, Ausstattung oder die Farbe, sondern um ein ganz besonderes Tuning.
Vanessa
00:00:09
Wir sind durch die ganze Republik gefahren, der Zug allerdings, und dann zu einem kleinen Dorf mit 150 Einwohnern mitten auf der Schwäbischen Alb. Einmal standen wir in einem riesigen Betrieb mit irgendwie 200 Mitarbeitenden, nämlich bei der Firma Paravan in Eichelau. Und dort haben wir uns informiert, wie Menschen mobil bleiben können.
Arne
00:00:36
Und ganz ehrlich, wir waren komplett überwältigt. Und auf die Reise nehmen wir euch heute mit. Schön, dass du da bist. Wir alle kennen Hindernisse, die uns im Leben behindern. In diesem Podcast sprechen wir nicht nur darüber, wir zeigen, wie man sie überwindet. Egal in welchem Teil deines Alltags, hier wird's unbehindert. Bereit? Dann bleib dran und lausche in den nächsten Minuten Vanessa, Arne und ihren spannenden Gästen. Damit herzlich willkommen zur neuen Podcast-Folge von Unbehindert rund um das Thema Auto.
Vanessa
00:01:13
Wir haben uns auf den Weg gemacht und wollen ein neues Auto, ein umgebautes Auto. Und anders als ich am Anfang gehofft hatte, wird das ja eine etwas längere Geschichte. Begonnen hat sie für uns eigentlich schon im September, da waren wir ja auf der Reha-Care-Messe in Düsseldorf und dort haben wir dann eigentlich festgestellt, okay, es ist soweit, wir werden das jetzt in Angriff nehmen und uns um ein neues, umgebautes Auto kümmern.
Arne
00:01:46
Ja, umgebaut in dem Fall barrierefrei, so damit ich es vom Rollstuhl aus oder auch mit meiner Behinderung fahren kann und damit dann auch zur Arbeit komme. Und ja, was wir zu dem Zeitpunkt noch nicht wussten, dass das wirklich ein kleines Abenteuer wird und was uns alles erwartet. Und jetzt haben wir dieses Jahr gesagt, nee, wir wollen wirklich mal zu Europas größten Umbauer hinfahren und uns beraten lassen und gucken, was geht denn vielleicht sonst so. Also man kann natürlich einfach das Auto wieder kopieren, so wie ich es jetzt habe, funktioniert ja. Aber wir wollten einfach auch mal wissen, was geht dann vielleicht darüber noch hinaus. Und deswegen haben wir uns auf diese Reise gemacht, in Zug gesetzt, acht Stunden in Deutschland gefahren. Und ja, das war schon wirklich spannend. Also ich muss sagen, ich habe keine Minute und den Aufwand definitiv nicht gescheut. Aber was hast du vorher so gedacht, wie so ein Umbau läuft? Also für dich ist es ja jetzt das erste Mal, dass du mit dabei bist, wenn ich mir versuche ein neues Auto zu kaufen.
Vanessa
00:02:51
Ja. Was habe ich gedacht? Also ich dachte, es wäre ein bisschen geradliniger. Also dieses, okay, wir suchen uns ein Auto aus, irgendwas, was uns gefällt und dann stellen wir Anträge. Also wir holen uns ein Angebot, stellen Anträge und bekommen dann hoffentlich die Zusagen. Und dann geht es los ans Bestellen und ans Liefern und Umbauen und dann hast du dein neues Auto. Also ich erinnere mich, also ich hatte ja eben gesagt, wir haben im September angefangen, uns zu kümmern. Im Oktober habe ich mit meinem Bruder telefoniert und habe gesagt, hey, wenn wir nächstes Jahr im Oktober ein neues Auto haben, dann haben wir es echt gelöst. Mittlerweile glaube ich, es wird noch viel, viel länger dauern.
Arne
00:03:39
Eine der Erkenntnisse, die wir gesammelt haben?
Vanessa
00:03:41
Also gut, kleine Herausforderung diesmal ist ja für uns, wir möchten gerne ein Hybridfahrzeug oder ein Elektrofahrzeug. Mal gucken, was es jetzt am Ende wird. Wir haben uns schon mehrere Sachen angeschaut. Ich bin auch schon Fahrzeugeprobe gefahren und jedes Mal dachten wir so, ja, jetzt sind wir einen Schritt weiter.
Arne
00:04:05
Ja, genau. Jetzt haben wir einen Plan. Also wir könnten ja vielleicht mal sagen, was ist denn überhaupt der Plan? Also der Plan ist klar, ein neues Auto. Ja, es soll barrierefrei sein, sodass ich es alleine fahren kann. Und ja, wir würden ganz gerne den Schritt gehen in die neue Technologie der Elektrofahrzeuge. Und das Erste, was uns so ein bisschen geschockt hat auf dem Weg ist, es gibt ja kaum Auswahl, also weil wir haben dann einige gefunden, die uns gefallen hat und dann kamen wir mit dem Ja, aber das ist nicht umbaubar. Ach, das übrigens auch nicht. Also der Einbau geht da übrigens auch nicht. Also am Ende hat sich rauskristallisiert, es gibt jetzt zwei Modelle, die in der engeren Auswahl sind und um die müssen wir uns jetzt intensiv kümmern.
Vanessa
00:04:47
Ja, man muss natürlich dazu sagen, wir fahren ein Van, also so einen kleinen, wie sagt man denn, so ein Bus.
Arne
00:04:55
Ein Kleinbus, genau. Genau, den wir aber aufgrund meiner Behinderung brauchen. Was nötig, dass ich ein größeres Auto habe, wo ich mit dem Rollstuhl ins Auto hineinfahren kann und dann quasi im Auto mich entweder umsetze oder im Rollstuhl so gesichert bin, dass ich dann halt auch Auto fahren kann. Und das macht es schon aufwendiger. Und das hat uns wirklich überrascht, also dieses Auf und Ab. Wir haben ein Auto gefunden, da passt die Reichweite, da passt das Laden. Der passt auch in unsere Garage und einen Tag später dann wieder, ach so nee, übrigens geht nicht.
Vanessa
00:05:32
Naja, also an der Stelle, wo der Kassettenlift, also diese automatische Rampe rankommt, da muss ja dann am Auto geschraubt werden sozusagen. Und gerade bei Elektrofahrzeugen ist das natürlich der Ort, wo die Batterie sich befindet. An der du natürlich nicht rumschrauben kannst.
Arne
00:05:49
Ja, sollte man zumindest versuchen zu vermeiden.
Vanessa
00:05:53
Ist nicht zu empfehlen. Es gibt aber Firmen,
Arne
00:05:57
Die das können.
Vanessa
00:06:00
Und dadurch sind wir eben dann in die Nähe von Reutlingen gekommen, nämlich zu Paravan. Es gibt auch ganz viele Anbieter hier in der Nähe von Berlin oder auch in anderen Bundesländern.
Arne
00:06:17
Also wer sich für das Thema interessiert, man muss jetzt da nicht zu Paravan hinfahren. Wir haben uns dafür entschieden, weil es der größte Anbieter ist, die europaweit tätig sind, die auch ganz viele eigene Entwicklungen machen. Und wir haben es natürlich das eine mit dem anderen verbunden. Wir waren natürlich a neugierig und wollten für euch mal Informationen sammeln und gucken und auch für uns selber schauen, was geht denn und was ist alles möglich. Und gleichzeitig natürlich für uns das Bestmögliche rausholen. Und deswegen haben wir gesagt, okay, wir machen es. Aber es gibt natürlich auch ganz viele andere Umbauer, wo man sich hinwenden kann. Aber ist denn aus deiner Meinung, hat sich der Aufwand gelohnt, diesen weiten Weg dahin auf sich zu nehmen?
Vanessa
00:06:58
Ja, auf jeden Fall. Also auch im Vergleich zu dem Messebesuch zum Beispiel, der ja nun natürlich limitiert war. Also wir konnten dort schon unheimlich viel ausprobieren und anschauen und uns Tipps holen. Aber diese ganze Palette an Möglichkeiten, das war natürlich... Vor Ort einfach viel, viel besser abzubilden und wir haben ja auch eine Führung bekommen und alles. Die haben sich richtig viel Zeit genommen. Ich glaube, insgesamt waren wir sechs Stunden vor Ort. Und mein Fazit im Moment ist so ein bisschen, ich schwanke zwischen Frust und Neugier. Also, ja, wirklich.
Arne
00:07:43
Was ist die Neugier?
Vanessa
00:07:44
Da ist so dieses, welches Auto es wird, für welche Umbaumaßnahmen wir uns entscheiden oder du dich vor allem, ja, also du musst dich ja vor allem beim Fahren wohl und sicher fühlen. Diese ganzen Fragezeichen, okay, was kriegst du wirklich genehmigt, was wird auch übernommen, was können wir uns leisten und der Frust ist dann aber eher dieses, wow, da hast du ein neues Hobby?
Arne
00:08:11
Ja, also viel andere Sachen werden wir jetzt momentan nicht machen in der nächsten Zeit wahrscheinlich.
Vanessa
00:08:16
Genau, also wir werden später, glaube ich, nochmal ein bisschen genauer darauf eingehen, was so an Aufgaben jetzt auf uns zukommt, was wir als Hausaufgaben haben.
Arne
00:08:27
Und das fand ich schon.
Vanessa
00:08:30
Ja, was heißt frustrierend? Es ist natürlich was anderes, als jetzt loszugehen und zu sagen, hey, mein Budget sind x-tausend Euro und ich möchte gerne einen Neuwagen.
Arne
00:08:42
Mal so eben schnell zum Gebrauchtwagen hängen da um die Ecke und am Nachmittag mit dem Auto wieder nach Hause fahren. Das ist halt bei uns. Also ich stehe da auch genauso wie du zwischen zwei Stühlen. Ich kann es irgendwie total nachvollziehen, weil wenn jetzt wir eine Förderung bekommen für den barrierefreien Umbau, also nicht fürs Auto, sondern für den Umbau, dann sind das natürlich irgendwo Gelder, die kommen in meinem Fall von der Rentenversicherung und dass da genau hingeguckt wird, dass da kein Schindluder getrieben wird. Hey, vollkommen nachvollziehbar. Aber wenn ich überlege, also wir haben glaube ich sechs oder sieben Dokumente. Also ich brauche eine Bestätigung meines Arbeitsgebers. Ich brauche ein medizinisches Gutachten eines Verkehrsarztes oder Orthopäden. Ich muss doch mal eine extra Auflagenfestlegungsprüfung vor einem Dekra oder TÜV-Prüfer machen mit der Fahrschule, nur weil ich ein anderes Gerät benutzen möchte in Zukunft, mit dem ich Gas und Bremse, damit das im Führerschein eingetragen werden kann. Ich muss irgendwo nachweisen, dass die Kosten für den Umbau am Ende günstiger sind, als wenn ich jeden Tag mit einem Mobilitätsdienst, also mit einem Taxi oder mit einem Transportdienst zur Arbeit fahren würde. Was war noch? Habe ich noch irgendwas vergessen? Dann muss ich natürlich den Antrag selber stellen mit all seinen Dokumenten und Anlagen und so weiter und so fort. Ich muss nachweisen, warum das jetzige, bestehende Auto nicht einfach weitergefahren werden kann und warum ich jetzt wirklich ein neues Auto brauche. Und da muss ich ganz ehrlich sagen, also bis wir diese ganzen Unterlagen zusammen haben, da haben andere sich schon zwei oder drei Autos gekauft.
Vanessa
00:10:18
Oder mal schnell geleast. Kannst du halt auch nicht.
Arne
00:10:20
Ja, also es ist schon, das hat mich auch wirklich geschockt und auch ein bisschen, ja nicht desisonisiert, aber so ein bisschen gefeiert. Ja, so ein bisschen die Euphorie genommen, das ist schon wirklich viel. Aber ich glaube, man darf keinen abschrecken, weil alles ist ja möglich. Also was wir gesehen haben, jetzt dort bei Paravan, als wir da waren, was möglich ist, um Mobilität für Menschen mit Behinderung zu schaffen, das ist unglaublich gewesen.
Vanessa
00:10:49
Wahnsinnig beeindruckend. Also ja, das hat mich auch ganz schön, ja beeindruckt ist nicht mal nur das richtige Wort. Also da habe ich ganz viel mitgenommen. Auch so die Stimmung vor Ort fand ich sehr schön. Also wie die alle miteinander umgegangen sind und wie sie mit uns umgegangen sind. Das fand ich wirklich toll. Es sind ja auch ganz wertvolle Tipps gekommen.
Arne
00:11:16
Ja, also jeder, der sich auf diesen Weg macht, um mehr Mobilität zu erhalten, wenn ihr euch die richtigen Ansprechpersonen sucht, dann werdet ihr dabei auch unterstützt und dann bekommt ihr auch die nötige Hilfe, die ihr braucht und dann wird es auch wieder bewältigungsbar. Wie sagt man? Bewältbar? Ja, genau. Ihr wisst ungefähr, was ich meine. Also man kann das dann auch schaffen, auch wenn der Berg, vor dem man steht, am Anfang echt groß ist. Aber wenn man ihn Stück für Stück geht, dann wird das positiv enden. Also irgendwann werden wir hier sitzen und euch davon berichten, wie wir unsere erste Reise mit unserem neuen Auto gemacht haben.
Vanessa
00:11:54
Das hoffe ich auch. Und klar, wir machen es uns jetzt insofern etwas schwerer, eben weil wir entschieden haben, wir möchten Hybrid oder eben Elektro. Ich glaube, wenn man jetzt noch sagen würde Verbrenner, dann geht die Sache nochmal schneller, weil dann die Auswahl der Autos natürlich noch größer ist. Aber
Arne
00:12:15
Das muss dann jeder für sich selber entscheiden. Wir haben für uns gesagt, für uns wäre es das Richtige. Wenn ihr anderer Meinung sagt oder andere Antriebsmodelle bevorzugt, dann könnt ihr es gerne auch mal in die Kommentare schreiben oder auch bei Instagram mit uns in Kontakt gehen und uns mal schreiben. Also entweder, wenn ihr selber schon ein Elektroauto fahrt oder wenn ihr positive, negative Erfahrungen gemacht habt oder wenn ihr selber schon ein Auto habt, was umgebaut ist, dann geht doch einfach mal zu Instagram, zu unbehindert-podcast.de und dann schreibt uns da. Da sind wir total gespannt. Vielleicht kriegen wir durch euch ja auch nochmal ein paar neue Impulse.
Vanessa
00:12:52
Ja, ich bin jetzt auch gespannt, wie lange das dann am Ende wirklich dauert. Also bis wann wir brauchen, um die Folge zu machen. Von wegen, okay, so und so ist es gelaufen. Also ich persönlich richte mich jetzt schon noch so auf ein Jahr ein.
Arne
00:13:09
Ja, ich befürchte auch, ja. Hoffen wir, dass.
Vanessa
00:13:13
Unser jetziges Auto bis dahin mitmacht und durchhält.
Arne
00:13:16
Genau, alle fleißig die Daumen drücken. Ja, bis dahin ist ja auch noch einiges zu tun. Also die erste spannende Sache, also was ja wirklich auch so ein Highlight unserer Reise war. Ich mit meinen 49 Jahren durfte nochmal in einem Fahrschulauto fahren und mit einem Fahrlehrer. Das war auch eine total spannende und total spontane Sache, die wir gemacht haben.
Vanessa
00:13:40
Ja, aber wie cool,
Arne
00:13:42
Oder? Ja, das war wirklich cool.
Vanessa
00:13:43
Also man muss jetzt vielleicht nochmal erklärend erzählen, Paravan. Sitzt da eben in der Nähe von Reutlingen und Er baut Fahrzeuge um, entwickelt aber auch ganz neue Lösungen im Bereich Rollstühle,
Arne
00:14:01
So ein autonomes Fahren. Ja, Elektrorollstühle, die dann zum Autofahren benutzt werden können und jetzt ganz neu dieses ganze Thema autonome Fahren und auch wie kommt man ins Auto rein, wie kann man Gas geben, wie kann man steuern und dass wirklich jeder Mensch, egal welche Voraussetzung die Person hat, Auto fahren kann. Und eine Sache, die uns beeindruckt hat, haben sie erzählt, sie bauen jetzt gerade ein Auto um für einen Menschen, der im Liegen fährt. Also da war ich auch, habe ich gedacht, wow, wenn Innovation auf Menschen trifft, die wirklich was bewegen wollen, was dann möglich ist. Also Wahnsinn. Also man muss sich ja mal überlegen, das muss ja nachher alles TÜV geprüft sein, abgenommen sein, die Leute müssen eine Fahrschule machen und, und, und, und. Das ist echt Wahnsinn. Und da haben sie ein Fahrschulauto, in dem sie fast alles, was sie irgendwie an Technologie haben, reingebaut haben. Das sieht wirklich ein bisschen spacig aus. Also wenn ihr Bilder sehen wollt, Vanessa hat es gefilmt, wie ich gefahren bin. Und ja, also bei aller Hochtechnologie, was nicht geklappt hat, ist, dass ich meine Hand gut ans Denkrad bekommen habe. Wir hatten einfach nicht das richtige Gerät da und dann wurde einfach mal ganz Hands-Mates einfach Klebeband genommen, ums Handgelenk gewickelt, das mit der Hand sauber am Lenkrad war und mit einem Fahrschullehrer war das dann ja auch möglich. Aber es war total cool. In der Konstellation konnte ich dann ein neues Steuergerät ausprobieren und mit dem fahren. Und Vanessa, sagst bitte, was hat der Fahrlehrer immer wieder gesagt? sagst, sagst.
Vanessa
00:15:32
Das ist ganz, ganz toll, was du Nein, aber wirklich, also ich war auch überrascht. Du bist ja jetzt nicht so der
Arne
00:15:39
Mensch, der gerne Auto fährt und sich da auch gerne auf neue Sachen einlässt, aber das hast du echt.
Vanessa
00:15:45
Da hast du dich reingesetzt und bist losgefahren. Die ersten Male waren noch unglaublich ruckelig, so dieses Bremsen und Gas geben. Bei dem Gerät natürlich eine andere Sensibilität braucht, als bei der Handhabung, die du aktuell verbaut hast im Auto.
Arne
00:16:03
Ja, das war schon eine Umstellung.
Vanessa
00:16:04
Aber dann ging das wirklich flott.
Arne
00:16:06
Es war so cool, dass man das einfach auch ausprobieren konnte. Also ich bin auch lange, lange, lange, also kein Mercedes Sprinter mehr gefahren. Also wirklich ein großes Auto. Oh ja. Wirklich großes Auto. Und die erste Herausforderung, ja, fahr mal aus der Garage raus. Wie gesagt, wir waren aus der Schwäbischen Alb. Das waren alles so ganz kleine Ministraßen. Mehr oder weniger nur einspurig, wo wir da lang sind und alles ganz schmal. Und irgendwann kamen wir dann zurück und dann meinte er so, naja, okay, dann einfach wieder rückwärts in die Garage rein. Oh ja. Und da war schon wirklich so, okay, wenn nicht nur die Herausforderung der Umbauten, sondern wahrscheinlich die jeder gehabt hätte, wenn er zum ersten Mal in so einem riesen Auto sitzt und dann rückwärts einparken soll, aber hat gut funktioniert, war eine coole Sache.
Vanessa
00:16:49
Ja, warst du aufgeregt?
Arne
00:16:50
An dem Moment schon, weil ich kann mich noch erinnern, wie das war damals, als ich mein letztes Auto bekommen habe. Und es ist ja irgendwie doch alles an einer anderen Position. Und das ist halt als Mensch mit Behinderung doch nicht so einfach, einfach mal schnell in ein anderes Auto einzusteigen. Weil das sind manchmal schon Zentimeter, das Handgas weiter links, weiter rechts, eine andere Fixierung am Handgelenk, eine andere Sitzposition. Das kann alles schon entscheidend sein. Das sind manchmal Zentimeter, Millimeter, die darüber entscheiden, ob du das Auto sicher führen kannst und alles. Und da war ich schon aufgeregt. War auch wirklich eine total coole Erfahrung, dass man da einfach einstellen konnte. Dann haben wir zehn Minuten lang so ein bisschen die Geräte eingestellt, dass es einigermaßen auf mich passt. Und dann konnte ich fahren. Und wenn das dann in unserem neuen Auto auch so wird.
Vanessa
00:17:36
Ja, das wäre natürlich super. Aber es ist... Das ist ja auch die große Herausforderung, die wir jetzt schon im Vorfeld hatten, dass die Fahrzeuge ich nur Probe fahren kann, weil es natürlich hier kein Umgebautes gibt. Und man muss ja nochmal betonen, jeder Umbau ist individuell, weil natürlich jeder Mensch anders ist.
Arne
00:17:59
Das ist, glaube ich, wirklich ganz wichtig. Deswegen kann ich auch nicht mal schnell einen Mietwagen nehmen, weil den Mietwagen für mich gibt es nicht, weil für eine andere Person passt der dann schon wieder nicht.
Vanessa
00:18:09
Es gab ja wirklich alles, vom Pkw bis zum Reisemobil. Landmaschinen sind ja jetzt wohl auch ein Thema mittlerweile.
Arne
00:18:19
Ja, oder es gibt ja auch Menschen, die vielleicht Lkw fahren oder irgendwie sowas. Oder halt jemand, der auf dem Land arbeitet und den Träktor fahren will. Also all das muss ja irgendwie oder sollte möglich gemacht werden, damit man da arbeiten kann und weiterhin mobil bleibt.
Vanessa
00:18:36
Genau. Ja, ich glaube, darum geht es ja auch. Am Ende geht es nicht mal nur um Technik, sondern es geht immer auch darum, den Menschen zu sehen und was dieser Mensch braucht, um mobil zu bleiben.
Arne
00:18:46
Bei einem Aufwand und bei einem Kosten muss man auch mal sagen, also Mobilität ist Menschenrecht und dass man da sagt, okay, Diese gesellschaftliche Diskussion, wie teuer darf das sein und so. Also am Ende, jeder von uns möchte irgendwie mobil sein und nicht nur zu Hause sitzen und von daher finde ich das total toll, dass es da Menschen gibt, die sich mit beschäftigen und ja auch toll, dass es die Gesellschaft ja irgendwie trägt. Also es ist am Ende bei mir die Rentenversicherung, die das Ganze bezahlen wird. Den Umbau, das Auto muss ich selber kaufen. Aber dieses Thema Finanzierung ist natürlich ein ganz großes und da könnte man wahrscheinlich eine komplett eigene Folge darüber machen. Machen wir vielleicht auch nochmal, aber da gäbe es so viel im Vorfeld zu recherchieren, damit wir hier nichts Falsches erzählen. Deswegen können wir hier eigentlich nur den Tipp geben, wer jetzt nicht einen klaren Kostenträger wie die Arbeitsagentur oder die Rentenversicherung hat. Es gibt auch noch Stiftungen oder auch Vereine, die sich darum kümmern. Also da macht euch im Netz mal schlau. Wir werden in den Shownotes auch noch einiges verlinken.
Vanessa
00:19:47
Ja, wir haben ja auch schon mal jemanden unterstützt beim Führerschein oder beim Auto, ich weiß gar nicht.
Arne
00:19:53
Beim Auto selber, also wer unsere Podcast-Folge gehört hat, wo wir unsere Spendenfahrradtour nach Usedom gemacht haben, da habt ihr das vielleicht schon mitbekommen, da gab es die Herausforderung, dass Viktor sein Auto nicht richtig finanziert bekommen hat und da haben wir einen Teil der Spenden dann auch an Viktor geben können für den Autoumbau. Also Wege gibt es viele, man muss ein bisschen nach ihnen suchen und ich glaube, das ist auch so der Tipp, den wir hier mitgeben können. Egal wer und für was ihr die Mobilität braucht, fangt wirklich frühzeitig an, euch damit zu beschäftigen und lasst euch definitiv nicht entmutigen. Und lasst euch beraten.
Vanessa
00:20:38
Wir sollten, also wir könnten auch mal drüber nachdenken, man muss vielleicht mal auch die Zahlen in den Raum stellen, über was wir da eigentlich sprechen, weil mir war es vorher auch nicht bewusst. Also diese Umbauten, das geht schnell in den sechsstelligen Bereich.
Arne
00:20:54
Also eigentlich kann man grundsätzlich damit rechnen, ungefähr der Wert des Autos, so viel kostet dann nochmal locker der Umbau, wenn nicht sogar mehr.
Vanessa
00:21:02
Grundsätzlich glaube ich nochmal, um es auch zusammenzufassen, wir können nicht sagen, macht es so oder so. Wir wollten einfach euch nochmal ein bisschen mitnehmen dazu, wie wir es gerade angegangen sind und was uns noch bevorsteht.
Arne
00:21:20
Wir sind auf jeden Fall extrem motiviert und informiert rausgegangen, auch wenn uns unser Kopf wirklich geraucht hat nach dem Termin.
Vanessa
00:21:28
Es waren sechs Stunden Beratung.
Arne
00:21:31
Ja, aber wir sind mit wirklich richtig gutem Gefühl rausgegangen, weil wir auch gesehen haben, was möglich ist, auch für andere, also nicht nur für uns selber, sondern was möglich gemacht wird. Und ich glaube, das ist für diese Folge wirklich ein schöner Schluss. Also bleibt interessiert, bleibt neugierig und wir werden euch hier und auch auf Instagram weiter mit auf die Reise nehmen. Und ja, sagen bis dahin, wie immer, auf Wiederhören. Das war's für heute von Unbehindert. Vanessa und Arne sagen Danke.
Vanessa
00:22:04
Dass ihr ihnen
Arne
00:22:05
Euer Ohr und Zeit geschenkt habt. Eure Meinungen und Gedanken sind den beiden wichtig. Lasst sie also in den Kommentaren wissen, was euch für Themen bewegen. Und wenn euch gefallen hat, was ihr gehört habt, hinterlasst gerne eine Bewertung oder folgt dem Podcast auf den Social Media Kanälen. Ihr findet Unbehindert auf Instagram, Facebook und natürlich über die Webseite www.unbehindert-podcast.de. Alle Links und weitere Infos gibt's in den Shownotes. Damit ihr keine Folge verpasst, vergesst nicht, den Podcast zu abonnieren. Bleibt neugierig, teilt eure Leidenschaften mit der Welt und macht sie zu einem Ort mit weniger Barrieren. Bis zum nächsten Mal. Bei Unbehindert.

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